Terre des Hommes lehnt Unterbringung von Kindern in Ankerzentren ab

26. Mai 2018
Terre des Hommes lehnt Unterbringung von Kindern in Ankerzentren ab

Osnabrück (ots) – Terre des Hommes lehnt Unterbringung von Kindern in Ankerzentren ab

Kinderschützer üben in Brief an Bundesregierung scharfe Kritik: „Kindeswohl geht vor flüchtlingspolitischen Erwägungen“

Osnabrück. In der Debatte um Ankerzentren fordert das Kinderhilfswerk Terre des Hommes Bund, Länder und Kommunen auf, die Rechte und das Wohl von Kindern zu achten. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Samstag) sagte TdH-Kinderrechtsexperte Thomas Berthold: „Auf Grundlage der bisher bekannten Pläne steht für uns fest: Ankerzentren werden keine geeigneten Orte für Kinder und Jugendliche sein.“ In einem offenen Brief an die Bundesregierung sowie Städte und Gemeinden übt das Kinderhilfswerk gemeinsam mit 23 Verbänden und Organisationen massive Kritik an den Plänen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU): „Das Kindeswohl muss Vorrang vor flüchtlingspolitischen Erwägungen haben.“

In dem dreiseitigen Schreiben, das der NOZ vorliegt, heißt es, Ankerzentren böten weder eine bedarfsgerechte Versorgung von Heranwachsenden noch garantierten sie den Zugang zu Bildung, auch frühkindlicher. Spiel- und Freizeitmöglichkeiten seien ebensowenig gewährleistet. Schon heute müsse man in einigen existierenden Aufnahmeeinrichtungen aufgrund fehlender baulicher Standards von einer „sogar das Kindeswohl gefährdenden Umgebung sprechen“, monieren die Kritiker in dem Brief. Terre des Hommes mahnt deshalb: „Die bayerischen Einrichtungen taugen grundsätzlich nicht als Vorbild.“ Pädagogisch und rechtlich stehe es außer Frage, dass Kinder nicht nur besonderen Schutz benötigen, sondern ihnen elementare Rechte nicht vorenthalten werden dürften.

Mit Blick auf unbegleitete minderjährige Flüchtlinge mahnen die Unterzeichner des Briefs: „Kinder ohne Eltern oder Personensorgeberechtigte haben in Einrichtungen mit unzureichendem Schutz und fremden Erwachsenen nichts verloren.“ Die geplante Unterbringung von unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Ankerzentren widerspreche dem Vorrang der Kinder- und Jugendhilfe. Neben Terre des Hommes haben unter anderem das Deutsche Kinderhilfswerk sowie AWO und Paritätischer Gesamtverband den Brief unterschrieben.

Rund 45 Prozent der Geflüchteten in Deutschland sind minderjährig. Kinder und Jugendliche sind demnach die größte Einzelgruppe unter den aus ihrer Heimat vor Krieg und Terror geflüchteten Menschen.

Quellenangaben

Textquelle:Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/58964/3953390
Newsroom:Neue Osnabrücker Zeitung
Pressekontakt:Neue Osnabrücker Zeitung
Redaktion

Telefon: +49(0)541/310 207

Weitere interessante News

Badische Zeitung: Deutschland im Syrien-Konflikt: Vorteil Mittelweg Kommentar von Thomas … Freiburg (ots) - Während Frankreich und Großbritannien Trump einhegen wollen, indem sie ihm militärisch beispringen, versucht die Regierung Merkel den Mittelweg. Kanzlerin und Außenminister haben sich eingereiht ins Lager der Verbündeten und doch zugleich klargemacht, dass die militärische Option für sie keine ist. Mancher mag darin jenes Lavieren erkennen, das man Deutschen im Ausland gerne vorwirft. Diese vorsichtige Position berücksichtigt aber, dass der Syrien-Konflikt militärisch nich...
FDP rechnet weiter mit Untersuchungsausschuss zum Bamf-Skandal Saarbrücken (ots) - Trotz der eher ablehnenden Haltung der Grünen rechnet die FDP weiterhin mit der Einsetzung eines Untersuchungsausschusses zum Bamf-Skandal. Parlamentsgeschäftsführer Marco Buschmann sagte der "Saarbrücker Zeitung" (Mittwoch), die AfD habe bereits ihre Unterstützung signalisiert. "Und dass sich die Grünen dauerhaft als Schutzmacht von Horst Seehofer etablieren wollen, daran habe ich meine Zweifel", so Buschmann. Der FDP-Politiker ergänzte: "Frau Merkel wird man nie vor der Pol...
Mevlüde Genç 25 Jahre nach dem Brandanschlag Eine Frau mit großem Herzen Lothar … Bielefeld (ots) - Integration kann so viele Gesichter haben. Diese kleine, willensstarke Frau trägt in der Öffentlichkeit ein Kopftuch, wie es in der Kultur, aus der sie stammt, üblich ist, und sie spricht nur wenig Deutsch. Und doch ist diese Frau so etwas wie ein Symbol für das Zusammenleben von Türken und Deutschen - in Deutschland. Die Rede ist von Mevlüde Genç, jener Türkin aus Solingen, der rechtsextreme Fanatiker vor 25 Jahren das Schlimmste angetan haben, was man einer Mutter antun kann....

Über Presseportal.de

presseportal.de - Die große Online-Datenbank für Presseinformationen in Text, Bild, Audio und Video. Pressemitteilungen und Pressematerial zu sehr vielen verschiedenen Themen. Ein Service von news aktuell aus der dpa-Firmengruppe.

© Copyright 2017. IT Journal.