Kritik am wachsenden Einfluss autoritärer Staaten

31. Mai 2018
Kritik am wachsenden Einfluss autoritärer Staaten

Göttingen/Bozen (ots) – Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) warnt vor einer Einschränkung der Freiräume unabhängiger Nichtregierungsorganisationen in den Vereinten Nationen (UNO). „Der Einfluss autoritär regierter Staaten nimmt in der Weltorganisation immer weiter zu. Nichtregierungsorganisationen dürfen nicht willkürlich mundtot gemacht werden, nur weil sie auf schwere Menschenrechtsverletzungen aufmerksam machen“, erklärte der GfbV-Direktor Ulrich Delius am Donnerstag. China hatte zuvor versucht, der Menschenrechtsorganisation wegen eines vermeintlichen Regelverstoßes den NGO-Status zu entziehen, den Antrag nach Protesten demokratischer Staaten jedoch am Mittwoch zurückgezogen. „Wir engagieren uns seit 25 Jahren für verfolgte Minderheiten und Nationalitäten in der UNO. Wenn Stimmen wie unsere nicht mehr hörbar sind, dann verliert auch die UNO an Glaubwürdigkeit“, erklärte der Präsident der GfbV-International, Wolfgang Mayr aus Südtirol.

China hatte die Akkreditierung des langjährigen uigurischen GfbV-Mitgliedes Dolkun Isa bei einer UN-Konferenz im April als Regelverstoß gewertet, weil der in München lebende Menschenrechtler angeblich ein Terrorist sei. Dieser Auffassung widersprachen zahlreiche Staaten im NGO-Komitee, das zurzeit in New York tagt. „Dolkun Isa ist deutscher Staatsbürger und eine der wichtigsten Stimmen der verfolgten Uiguren im Exil. Wenn heute die schweren Menschenrechtsverletzungen an Uiguren international ein Thema sind, dann ist dies auch sein Verdienst. Solche Stimmen dürfen nicht mundtot gemacht werden“, sagte Delius.

Nachdrücklich forderte die GfbV eine internationale Diskussion über den wachsenden Einfluss autoritärer Staaten in der UNO. „Wir NGOs brauchen mehr Unterstützung demokratischer Staaten, damit in der UNO auch weiterhin offene Debatten möglich sind und Menschenrechtverletzungen nicht unter den Teppich gekehrt werden“, erklärte Mayr. „Denn immer mehr Staaten schüchtern NGO’s auch auf internationaler Bühne gezielt ein und verbitten sich jede Kritik. Stattdessen werden handzahme Claqueure in den NGO-Stand gehoben, die den Verfolgten Unterstützung verweigern und den guten Ruf der Menschenrechts-Institutionen der Vereinten Nationen ruinieren“, warnte Delius.

Quellenangaben

Textquelle:Gesellschaft für bedrohte Völker e.V., übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/29402/3957882
Newsroom:Gesellschaft für bedrohte Völker e.V.
Pressekontakt:Ulrich Delius Tel. 0049/160/95671403
Wolfgang Mayr Tel. 0039/0471974422

Weitere interessante News

Zweiwöchiger interkultureller Austausch: Experiment e.V. vermittelt Deutschlehrer aus … Bonn (ots) - Andere Kulturen kennenlernen, Fremdsprachen vertiefen, voneinander lernen - all dies ist bei einem interkulturellen Austausch möglich. Dazu muss man nicht unbedingt weit reisen, sondern kann den Austausch auch im eigenen Zuhause erleben. Die gemeinnützige Austauschorganisation Experiment e.V. sucht aktuell Gastfamilien, die zwischen Juni und September für jeweils zwei Wochen einen internationalen Gast bei sich aufnehmen. Bei den Gästen handelt es sich um Deutschlehrerinnen und -lehr...
Digitale Barrierefreiheit Berlin (ots) - Bis September 2018 muss Deutschland die EU-Richtlinie für barrierefreie Webseiten und Apps öffentlicher Stellen umsetzen. Der Deutsche Behindertenrat (DBR) sieht darin Chancen und fordert, die Potenziale der Richtlinie voll auszuschöpfen. Doch nun drohen aufgrund des deutschen Umsetzungsgesetzes sogar Verschlechterungen. Der DBR warnt. "Das Umsetzungsgesetz ermöglicht den öffentlichen Stellen des Bundes weite Ausnahmeoptionen bei der Pflicht zur Barrierefreiheit. So besteht die Ge...
Der WDR verstärkt das Content-Netzwerk funk um ein bewährtes journalistisches Format: … Köln (ots) - Seit mehr als drei Jahren produziert der WDR erfolgreich Reportagen für ein junges Publikum bei YouTube. Mit neuem Namen wird dieser Kanal nun Teil des funk-Netzwerks. reporter ist ein journalistisches Videoformat, das sich politischen und gesellschaftlichen Themen widmet. Die Reportagen betreffen die Lebenswelt der Community - sie sind nah am Geschehen, mutig, überraschend und investigativ. Das Format richtet sich an 20- bis 24-Jährige, die politisch interessiert und weltoffen sind...

Über Presseportal.de

presseportal.de - Die große Online-Datenbank für Presseinformationen in Text, Bild, Audio und Video. Pressemitteilungen und Pressematerial zu sehr vielen verschiedenen Themen. Ein Service von news aktuell aus der dpa-Firmengruppe.

© Copyright 2017. IT Journal.