Mikrochips in der Hand – in Europa bald Normalität?

Mikrochips in der Hand - in Europa bald Normalität?

Die skandinavischen Länder gelten als besonders fortschrittlich, ganz gleich, ob es um Bildung und Wirtschaft oder die Gleichberechtigung geht. Schweden wird vor allem beim technischen Fortschritt in Europa gerne als gutes Beispiel genannt. Was die Schweden ihren Nachbarn voraus haben, ist der Wille, immer etwas Neues auszuprobieren, wie beispielsweise Mikrochips in der Hand, die das tägliche Leben einfacher gestalten sollen. Dies gilt für den Zugriff auf das Smartphone, ebenso wie für das Öffnen der Haustür oder das Einstellen eines Alarms.

Bald auch in ganz Europa?

Die Unternehmen, die diese Mikrochips zum Implantieren herstellen, arbeiten unter Hochdruck daran, die Mikrochips in der Hand noch anderen europäischen Ländern schmackhaft zu machen. Italien ist eines der Länder. Hier warten die Hersteller der Mikrochips noch auf die Zulassung und Genehmigung durch das Gesundheitsministerium. Die Hersteller rechnen jedoch fest damit, dass sie in den ersten sechs bis acht Monaten sowohl in der Hauptstadt Rom, als auch in Mailand, bei mehr als 2500 Menschen Mikrochips in der Hand implantieren können. Selbst ohne die Zertifizierung des italienischen Gesundheitsministeriums haben es mehrere Hersteller bereits geschafft, einigen Menschen in medizinischen Zentren einen Chip einzupflanzen.

Sind die Mikrochips in der Hand die Zukunft?

Die Chiphersteller sind sicher, dass ihre Innovation der richtige Schritt in die Zukunft ist. Es mag vielleicht noch sehr futuristisch klingen, aber es ist bereits Realität geworden. Diese Technologie, so die Unternehmen, sei ins Leben gerufen worden, um zu helfen und nicht, um einigen wenigen Menschen Macht zu verleihen. Allerdings könnte die aktuelle Coronakrise die Pläne der Mikrochiphersteller durchkreuzen. Viele Bürger in Europa haben Angst, dass ihre Regierungen die Pandemie nutzen, um die Menschen auszuspionieren. So hat der überwiegende Teil der Italiener Angst, dass mit dem Mikrochip, der so groß wie ein Reiskorn ist, auch ein GPS unter die Haut gepflanzt wird. Für die Hersteller bedeutet dieses Misstrauen der Bevölkerung gegenüber der Politik eine Gefahr, was den Umsatz ihrer Technologie angeht.

Viele Vorteile

In Skandinavien sehen die Menschen viele Vorteile, wenn sie an den kleinen Chip unter ihrer Haut denken. Sie loggen sich ohne Probleme in ihren PC ein, aktivieren den Alarm im Büro oder rufen ihr Profil bei Facebook auf. Brieftasche und Schlüsselbund werden eines Tages überflüssig sein, denn sie stellen ein Risiko dar, gestohlen zu werden. Wer seine Brieftasche mit allen persönlichen Dokumenten verliert, verliert zugleich seine Identität. Geht der Schlüssel verloren, muss der teure Schlüsseldienst kommen, wer hingegen die Haus- und Wohnungstür mit dem Mikrochip öffnet, kennt diese Probleme nicht. In Schweden verwenden die Menschen den Chip in der Hand außerdem, um damit eine Zugfahrkarte zu kaufen.

Fazit

Nach Ansicht von Experten wird es noch eine Weile dauern, bis sich der Mikrochip unter der Haut in ganz Europa durchsetzt. Noch immer stößt das futuristische System an seine Grenzen, beispielsweise bei Zahlungen mit dem Chip. Die Hersteller versuchen, diese Zahlungsmethode jetzt in Italien zu etablieren, und zwar durch eine Zusammenarbeit der Global Player PayPal und Vodafone. Auch in Großbritannien wollen die Technologiekonzerne Fuß fassen und schon innerhalb der nächsten drei Jahre die kontaktlose Zahlung mit einem implantierten Mikrochip ermöglichen.

Bild: @ depositphotos.com / e.m.mitroshin.gmail.com

Ulrike Dietz