Neues Rechensystem von Intel – ein Simulator für das Gehirn

Neues Rechensystem von Intel – ein Simulator für das Gehirn

„Hala Point“ – so heißt ein neues Rechensystem der Firma Intel, was angeblich so klug wie eine Eule ist. Es arbeitet nach dem Vorbild des menschlichen Gehirns und soll mehr können als so manches Tier. Experten schätzen, dass dies ein Meilenstein der künstlichen Intelligenz ist, denn mit dem Wachstum der KI wächst parallel auch der Bedarf an leistungsstarken Rechensystemen. Eine Herausforderung stellt allerdings nicht nur der Leistungshunger der dar.

Hoher Energiebedarf

Ein neues Rechensystem wie „Hala Point“ von Intel braucht sehr viel . Nach neusten Schätzungen soll bereits in drei Jahren der globale der KI so viel Energie verbrauchen wie eine kleine Nation. Für dieses Problem gibt es jedoch eine Lösung, nämlich sogenannte neuromorphe Rechensysteme, die nach Vorbild eines menschlichen Gehirns arbeiten. Intel will ein neues Rechensystem dieser Art zum größten weltweit machen. Das behauptet, dass dieses System so klug wie eine Eule ist.

Synapsen und Neuronen

In der Welt der Mythologie ist die Eule das Sinnbild der Weisheit, was allerdings eher metaphorisch gemeint ist. „Hala Point“ hingegen kann nicht denken und verstehen wie der Nachtvogel. Das System kann in seiner Arbeitsweise sowie seiner Komplexität aber das Gehirn des Vogels nachahmen und ebenso effizient sein. Intel hat mit „Hala Point“ ein neues Rechensystem geschaffen, das 1,15 Milliarden Neuronen und 128 Milliarden Synapsen besitzt.

Ein technisches Meisterwerk

Das künstliche Gehirn einer Eule besteht aus 1.152 Loihi-2-Prozessoren, die Intel speziell für ein hirnähnliches Computing entwickelt hat. Damit kann „Hala Point“ unglaubliche 380 Billionen 8-Bit-Synapsen-Operationen in nur einer Sekunde verarbeiten. Dabei entsteht eine Effizienz von 15 Tera-Operationen je Sekunde und Watt. Zum Vergleich: Die Graphics Processing Unit, kurz Nvidia-GPU H100, welche Meta, der Facebook-Konzern verwendet, bringt es nur auf eine Effizienz von 5,65 TOPS/Watt. Neuromorphe Chips wie Loihi 2 können die neurobiologische Struktur des menschlichen Gehirns imitieren, welches Neuronen und Synapsen braucht, um Informationen zu verarbeiten.

Weniger Energieverbrauch

Das Ziel des neuen Rechensystems ist es, bei geringem Verbrauch an Energie eine äußerst hohe Leistung zu erbringen. Neuromorphe Chips können, wie Neuronen auch, das Gehirn ergebnismäßig steuern. Dies bedeutet, dass die Prozessoren immer erst dann aktiv werden, wenn es erforderlich ist, sie laufen aber nicht ständig mit voller Leistung. So wird effektiv Energie gespart. Ganz ähnlich wie ein Gehirn, sind die Prozessoren in der Lage, Informationen parallel und deutlich flexibler zu verarbeiten, als es bei herkömmlichen Chips der Fall ist. So wird jede Verarbeitung komplexer und selbst Muster, die sich in der realen Welt ebenfalls ständig verändern, stellen kein Problem mehr dar.

Fazit zu Neues Rechensystem

Ist das Ganze schon Science-Fiction oder der Schlüssel zu einer besseren künstlichen Intelligenz? Viele sind überzeugt, dass die KI schon in der nahen eine wichtige Rolle einnehmen wird. Intel ist sich, was das angeht, sehr sicher. Auf KI basierende Sprachprogramme etwa könnten dann in der Lage sein, selbstständig etwas zu erlernen. Die KI wird auch nicht wie bisher mit immer wieder anderen Datensätzen trainieren müssen, wie es bei den aktuellen Sprachmodellen noch der Fall ist. Das erste System dieser Art, was sogar noch weniger Energie verbraucht als bisher, wird jetzt in den ausgeliefert.

Bild: @ depositphotos.com /juanjo39

Ulrike Dietz