Schiffsradar-Apps – Ship-Spotting mit dem Smartphone

Schiffsradar-Apps – Ship-Spotting mit dem Smartphone

In den letzten Jahren haben Schiffsradar- sowohl bei Freizeitkapitänen als auch bei Schiffsbeobachtern an Popularität gewonnen. Diese Apps bieten eine beeindruckende Bandbreite an Funktionen, die es Benutzern ermöglichen, Schiffsbewegungen in Echtzeit zu verfolgen und diverse Informationen über die verschiedenen Schiffe zu erhalten. Vom Segelboot bis zum riesigen Containerschiff –Dank Schiffsradar sind sie alle leicht nachzuverfolgen. Wer seinen nächsten Urlaub am Meer plant, sollte deshalb unbedingt eine Schiffsradar- auf seinem installieren. Äußerst beliebte Urlaubsorte zum Ship-Spotting sind beispielsweise Cuxhaven und Otterndorf, denn dort kreuzt einer der wichtigsten Schifffahrtswege der Welt. Jährlich sind dort rund 40.000 Schiffe unterwegs und können per Schiffsradar-App identifiziert und digital verfolgt werden. Doch auch fern vom Meer kann es spannend sein, einen Blick auf die Bewegungen auf den Weltmeeren zu werfen. Für viele Schiffsradar-Apps gibt es auch eine Browseranwendung, sodass direkt vom eigenen Schreibtisch ein Einblick in den aktuellen Schiffsverkehr gewonnen werden kann. Schiffsradar-Apps eignen sich außerdem hervorragend, um ein bestimmtes Schiff ausfindig zu machen. So kann beispielsweise das Kreuzfahrtschiff im Auge behalten werden, auf dem Familienmitglieder oder Freunde gerade ihren Urlaub verbringen.

Populäre Schiffsradar-Apps und ihre Funktionsweise

Zu den bekanntesten Schiffsradar-Apps gehören VesselFinder und MarineTraffic. Diese Schiffsradar-Apps nutzen das Automatic Identification (AIS), ein automatisches Tracking-System, das auf VHF-Funkwellen basiert. Es wurde hauptsächlich entwickelt, um Kollisionen zu vermeiden. Jedes Schiff, das mit einem AIS-Transponder ausgestattet ist, sendet regelmäßig Informationen wie Schiffsname, Position, Kurs, Geschwindigkeit und weitere relevante Daten. Diese Signale werden von Küstenstationen, und anderen Schiffen empfangen und in eine zentrale Datenbank eingespeist. Die Schiffsradar-Apps greifen auf diese Datenbanken zu und stellen sie den Nutzern in einer benutzerfreundlichen Oberfläche zur Verfügung. Oftmals werden auch Fotos der Schiffe bereitgestellt, sodass leicht nachgeschaut werden kann, wie das Schiff hinter dem kleinen Symbol auf der Karte tatsächlich aussieht.

Sowohl VesselFinder als auch MarineTraffic können kostenlos für Android und auch heruntergeladen werden. Eine Registrierung für beide Apps ist nicht notwendig, bietet aber Zusatzfunktionen. Es ist beispielsweise möglich, eine eigene Flotte anzulegen, um ausgewählte Schiffe leichter verfolgen und schneller wiederfinden zu können. Während das Basis-Modell der Schiffsradar-Apps kostenfrei genutzt werden kann, ist es möglich verschiedene Mitgliedschaften abzuschließen, die weitere Funktionen freischalten. Die Kosten belaufen sich je nach Umfang auf einen Betrag zwischen 19 und 400 Dollar monatlich bei MarineTraffic, beziehungsweise zwischen 69 und 999 Euro für ein Jahr bei VesselFinder. In der Regel reichen die kostenfrei zur Verfügung stehenden Funktionen für Hobbynutzer aber vollkommen aus.

Den Schiffsradar unterstützen

Wer mag, kann selbst etwas zum Schiffsradar beitragen. Viele Schiffe sind gesetzlich verpflichtet, eine AIS- zu betreiben. Dazu gehören beispielsweise Schiffe, die länger als 20 Meter sind, mehr als 50 Passagiere an Bord haben oder eine bestimmte Gesamtgröße (BRZ) überschreiten. Doch längst nicht alle Schiffe müssen eine AIS-Anlage aufweisen. Natürlich ist es dennoch möglich und Schiffsbesitzer, die auf dem Schiffsradar angezeigt werden wollen, können sich zum Beispiel einen Class-B-Transponder anschaffen. Schließlich ist auch die Verfolgung kleiner Schiffe interessant und trägt dazu bei, das Geschehen auf den Gewässern umfassender abzubilden. Und auch wer kein Schiff hat, kann etwas für den Schiffsradar tun: AIS- sind ein wichtiger Bestandteil des AIS-Netzwerks und werden oftmals privat betrieben. Wer in einer passenden Gegend lebt, kann sich einen solchen Empfänger anschaffen und selbst dafür sorgen, dass die Daten, die von den Schiffen ausgesendet werden auch ankommen und verarbeitet werden können. Je besser die Abdeckung mit AIS-Empfängern ist, desto genauer funktionieren Schiffsradar-Apps. Aus diesem Grund bieten MarineTraffic und Co. häufig Unterstützung bei der Anschaffung und Einrichtung.

Bild: @ depositphotos.com /jekatarinka

Gabi Klein