AG Kritis warnt vor Dobrindts "Cyberdome"-Plänen

Kritik an Cyberdome: Daten gefährdet, falsche Sicherheit, mangelnde Schutzmaßnahmen, hohe Kosten, Fragen bleiben.

AG Kritis warnt vor Dobrindts "Cyberdome"-Plänen

() – Manuel Atug, Sprecher der AG Kritis, kritisiert die Pläne des Bundesinnenministeriums für einen sogenannten „Cyberdome“. Das Projekt werde ein „Maut-2.0-Desaster“, sagte Atug dem „Tagesspiegel“.

Statt echter Cybersicherheit solle vor allem ein „schönes Dashboard“ entstehen, auf dem voraussichtlich israelische Partner deutsche Daten auswerten. „Minister Dobrindt will unsere Daten und viel nach Israel geben, und dafür bekommen wir eine bunte Anzeige“, sagte Atug. Geschützt werde dadurch nichts. „Das ist, als würde man ausschließlich eine Videokamera auf den Bahnhofsvorplatz richten. Man filmt, wie jemand geschlagen wird, aber niemand greift ein.“ Der Cyberdome installiere keine Patches und verbessere keine Firewalls – „wir lassen die Scheunentore offen und hängen ein israelisches Radar davor“.

Der Experte warnt zudem vor einer Vermischung von Geheimdienstlogik und ziviler IT-: Viele Firmen insbesondere in Israel stammten aus dem Umfeld von Militär oder Geheimdiensten und übertrügen ihre Methoden nun eins zu eins auf zivile Infrastrukturen. „Sie wissen, wie man Angriffsflächen findet, aber nicht, wie man Systeme schützt oder sichere entwickelt“, sagte er. Ein Kritis-Betreiber müsse manchmal Komponenten besser abkoppeln, statt sie zu überwachen. Insgesamt sei unklar, worum es sich beim Cyberdome überhaupt handele, welche Infrastruktur damit geschützt werden solle und wie.

Siehe auch:  Union erwägt Altersgrenze für Social Media von 16 Jahren

Mit Blick auf den aktuellen BSI-Lagebericht sieht Atug Fortschritte durch mehr Transparenz und Regulierung. Dennoch bleibe Sicherheit Alltagssache: „Jeder muss Updates machen, Mails prüfen, nachdenken – das ist kein Hexenwerk. Wer ohne Gurt fährt, darf sich über den Aufprall nicht wundern.“ Viele seien in Sachen Cybersicherheit noch lange nicht am Ziel, wie etwa der jüngste Angriff auf den Berliner Flughafen gezeigt habe.

Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Alexander Dobrindt am 11.11.2025

Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Bist du ein guter Leser? 👍

Welcher Begriff kam im Artikel vor?




Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Personen werden in dem Beitrag erwähnt?

Manuel Atug, Alexander Dobrindt

Welche Institutionen oder Gruppen kommen im Text vor?

Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:

AG Kritis, Bundesinnenministerium, Israel, BSI.

Zu welchem Zeitpunkt hat sich das Geschehen ereignet?

Das Datum des beschriebenen Ereignisses ist der 11.11.2025.

An welchem Ort spielt die Handlung?

Berlin

Wie lässt sich der Inhalt kurz zusammenfassen?

Manuel Atug kritisiert die Pläne des Bundesinnenministeriums für den "Cyberdome" als unzureichend für echte Cybersicherheit und warnt vor der Gefährdung, deutsche Daten an israelische Partner zu übergeben, anstatt wirksame Schutzmaßnahmen zu implementieren.

Was war der Auslöser des Geschehens?

Der Hintergrund des beschriebenen Ereignisses ist die Kritik an den Plänen des Bundesinnenministeriums zur Einführung eines "Cyberdome"-Projekts. Manuel Atug, Sprecher der AG Kritis, argumentiert, dass das Projekt ungeeignet sei, um echte Cybersicherheit zu gewährleisten, und stattdessen lediglich eine oberflächliche Lösung präsentiere. Er warnt vor der riskanten Zusammenarbeit mit israelischen Partnern und der Übertragung militärischer Methoden auf zivile Infrastrukturen, was zu unzureichendem Schutz führen könnte.

Welche Reaktionen gab es von Seiten der Politik oder Öffentlichkeit?

Im Artikel äußert Manuel Atug, Sprecher der AG Kritis, scharfe Kritik an den Plänen des Bundesinnenministeriums für den Cyberdome, den er als gefährliches und ineffizientes Projekt bezeichnet. Er warnt davor, dass es die Cybersicherheit nicht verbessert, sondern lediglich eine "schöne Anzeige" bietet, während die tatsächlichen Sicherheitsbedenken ignoriert werden.

Welche Folgen oder Auswirkungen werden thematisiert?

Die im Artikel erwähnten Folgen oder Konsequenzen sind:

Maut-2.0-Desaster, bloß ein "schönes Dashboard", deutsche Daten gehen nach Israel, keine echte Cybersicherheit, keine Installation von Patches, keine Verbesserung der Firewalls, Scheunentore bleiben offen, Vermischung von Geheimdienstlogik und ziviler IT-Sicherheit, unklare Schutzinfrastruktur, Sicherheitsbewusstsein bleibt bei jedem, viele Unternehmen sind in Sachen Cybersicherheit weit zurück.

Liegt bereits eine offizielle Reaktion oder Stellungnahme vor?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Manuel Atug, Sprecher der AG Kritis, zitiert. Er kritisiert die Pläne des Bundesinnenministeriums für den "Cyberdome" und bezeichnet das Projekt als ein "Maut-2.0-Desaster," das aus seiner Sicht mehr Schein als Sicherheit biete. Atug warnt, dass der Ansatz nicht dazu beitrage, echte Cybersicherheit zu gewährleisten, sondern lediglich oberflächliche Lösungen präsentiere.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH