Bericht: eID-Karte bietet erhebliche Chancen für Kriminelle
Berlin () – Laut Recherchen der „Süddeutschen Zeitung“ stellt die eID-Karte ein Sicherheitsrisiko für deutsche Banken und womöglich auch öffentliche Stellen dar.
Wie die Zeitung berichtet, haben Bürgerämter oftmals nicht die technische Ausstattung oder Zugriff auf wichtige Datenbanken, um ausländische Pässe bei der Beantragung der eID-Karte vernünftig zu überprüfen. Das kann dazu führen, dass Bürger eine deutsche eID-Karte auch mit einem gestohlenen, gefälschten oder falschen Ausweisdokument beantragen können. Der Besitz der eID-Karte ist für Kriminelle sehr wertvoll, weil sie im Internet gleichwertig zur eID des deutschen Personalausweises funktioniert. Inhaber der Karte können damit Firmen anmelden und Bankkonten eröffnen, ohne dass die Geldhäuser ihrer wahren Identität auf die Spur kommen könnten.
Die eID-Karte wurde 2021 eingeführt, kostet in der Beantragung meist weniger als 40 Euro und führt unter anderem den Namen der Person. Biometrische Daten wie die Augenfarbe oder ein Foto sind darauf aber nicht zu sehen. Mehr als 47.000 der Karten wurden bisher ausgestellt und sind laut einem Ermittler „betrugsanfällig.“ Der Grund dafür ist, dass ausländische Antragsteller für die Beantragung nur ausländische Ausweisdokumente vorlegen müssen. Diese aber können viele Bürgerämter nicht auf Echtheit oder darauf prüfen, ob diese womöglich als gestohlen gemeldet wurden. Das bestätigte die Berliner Polizei auf Anfrage der „Süddeutschen Zeitung“ und schreibt: „Ein Abgleich biometrischer Daten oder ein Abgleich mit dem europäischen Dokumenten-Fahndungsbestand findet nicht statt. Nicht alle Meldebehörden sind mit Dokumentenprüfgeräten ausgestattet.“
Damit ist es auch für Verbrecher möglich, sich mit gefälschten Dokumenten eine echte eID zu besorgen und diese beispielsweise für die Eröffnung von Bankkonten zu missbrauchen, was in der Bankenszene für viel Unmut sorgt. Denn Geldhäuser müssen davon ausgehen, dass die eID-Karten echt sind. Immerhin handelt es sich um ein offizielles Dokument der Bundesrepublik Deutschland.
„Ihnen bleibt also nichts anderes übrig, als darauf zu vertrauen, dass der Staat genau prüft, an wen er eID-Karten ausgibt“, sagte Kilian Wegner, Inhaber eines Lehrstuhls für Strafrecht an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg der SZ. Für die Banken ist das ein Dilemma, das sie schon lange beobachten und bei dem sie der Politik vorwerfen, „zu wenig“ zu tun. So jedenfalls formuliert es ein Bankinsider, der nicht genannt werden will, in der SZ. Einmal eröffnet, können Gangster das Konto beispielsweise dazu benutzen, illegale Gelder zu verschieben oder zu waschen.
Auf Anfrage bestätigte das Bundesinnenministerium, dass es sein könne, dass einige Ämter nicht mit der nötigen Technik ausgestattet seien. Diese zu beschaffen, sei aber Sache der Länder. IT-Expertin Lilith Wittmann forderte in der SZ eine flächendeckende Einführung der technischen Geräte und Zugriff auf entsprechende Datenbanken. „Denn wenn in Ämtern niemand die Originaldokumente auf Echtheit prüfen kann, ist das in jedem Fall ein Einfallstor für Verbrecher“, sagte Wittmann.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Personalausweis mit Online-Funktion (Archiv) |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Personen werden in dem Beitrag erwähnt?
Kilian Wegner, Lilith Wittmann
Welche Institutionen oder Gruppen kommen im Text vor?
Die genannten Organisationen, Parteien oder Institutionen sind:
Süddeutsche Zeitung, Berliner Polizei, Bundesrepublik Deutschland, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, Bundesinnenministerium.
Zu welchem Zeitpunkt hat sich das Geschehen ereignet?
Nicht erwähnt
An welchem Ort spielt die Handlung?
Berlin, Halle-Wittenberg
Wie lässt sich der Inhalt kurz zusammenfassen?
Die eID-Karte in Deutschland weist Sicherheitsrisiken auf, da viele Bürgerämter nicht über die nötige Technik zur Überprüfung ausländischer Pässe verfügen, was Kriminellen ermöglicht, mit gefälschten Dokumenten legitime Karten zu beantragen und diese potenziell zur Eröffnung von Bankkonten zu missbrauchen.
Was war der Auslöser des Geschehens?
Der Hintergrund für die beschriebenen Sicherheitsrisiken bei der eID-Karte liegt darin, dass viele Bürgerämter nicht über die notwendige technische Ausstattung oder den Zugriff auf wichtige Datenbanken verfügen, um ausländische Pässe effektiv zu überprüfen. Dies führt dazu, dass Kriminelle mit gefälschten oder gestohlenen Dokumenten eine echte eID-Karte beantragen können, was die Sicherheitslage für Banken und öffentliche Stellen gefährdet.
Welche Reaktionen gab es von Seiten der Politik oder Öffentlichkeit?
Politik, Öffentlichkeit und Medien reagieren besorgt auf die Sicherheitsrisiken der eID-Karte, die als anfällig für Missbrauch durch Kriminelle gilt, da Bürgerämter häufig nicht ausreichend ausgestattet sind, um ausländische Ausweisdokumente zu prüfen. Experten fordern von der Politik eine bessere technische Ausstattung der Ämter und einen umfassenden Zugriff auf relevante Datenbanken, um Missbrauch zu verhindern.
Welche Folgen oder Auswirkungen werden thematisiert?
Sicherheitsrisiko für Banken, Sicherheitsrisiko für öffentliche Stellen, Möglichkeit für Bürger, eID-Karte mit gestohlenem, gefälschtem oder falschem Ausweisdokument zu beantragen, Kriminelle können eID-Karte für illegale Aktivitäten nutzen, Banken müssen auf Echtheit der eID-Karten vertrauen, Möglichkeit für Gangster, Konten für illegale Geldtransaktionen zu nutzen, Dilemma für Banken wegen unzureichender Prüfungen, Mangel an technischer Ausstattung in Bürgerämtern, Einfallstor für Verbrecher.
Liegt bereits eine offizielle Reaktion oder Stellungnahme vor?
Ja, der Artikel zitiert die Berliner Polizei, die bestätigt, dass ein Abgleich biometrischer Daten oder mit dem europäischen Dokumenten-Fahndungsbestand nicht stattfindet. Zudem äußert die IT-Expertin Lilith Wittmann, dass ohne die Möglichkeit, die Originaldokumente auf Echtheit zu prüfen, ein Einfallstor für Verbrecher besteht.
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