Kritische Infrastruktur: De Vries warnt vor zu viel Transparenz
Berlin () – Im Zusammenhang mit dem Angriff auf das Berliner Stromnetz hat der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium, Christoph de Vries (CDU), vor zu viel Transparenzvorschriften für Unternehmen der Kritischen Infrastruktur wie Energiebetriebe gewarnt.
Bestehende gesetzliche Transparenzverpflichtungen seien „gewissermaßen eine Einladung für die Feinde unserer Demokratie“, kritische Infrastruktur „gezielt und wirksam anzugreifen und verheerende Schäden für Bürger und Unternehmen anzurichten“, sagte de Vries den Tageszeitungen der Funke-Mediengruppe.
Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) warnte, die geltenden Transparenzregeln etwa für die Energiebranche machten es Angreifern zu leicht, etwaige Schwachstellen in den Energienetzen aufzuspüren. „So werden schlimmstenfalls sicherheitsrelevante Standortdaten preisgegeben, die in den falschen Händen zur Gebrauchsanweisung für Sabotage oder hybride Angriffe – etwa mit Drohnen – werden können“, sagte ein VKU-Sprecher den Funke-Zeitungen. „Kritische Infrastrukturen dürfen nicht im Schaufenster stehen.“ Transparenz-, Informationsfreiheits- und Open-Data-Vorgaben könnten zur Sicherheitslücke werden. „Informationen über den Standort und die Leistung sensibler Anlagen sollten so stark vereinfacht werden, dass sie aus Sicherheitsgründen unbedenklich sind.“
Auch der Chef des Geheimdienste-Kontrollgremiums im Bundestag, Marc Henrichmann (CDU), warnte, die deutsche Infrastruktur dürfe nicht länger bis ins letzte Detail offenliegen. „Allumfassende Transparenz ist unter den heutigen Bedingungen zu einem echten Sicherheitsrisiko geworden“, sagte Henrichmann den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Anschlagsziele werden mit Google Maps quasi frei Haus geliefert.“ Der CDU-Politiker forderte: „Mit wenigen Klicks kritische Infrastruktur detailliert auszuspionieren und dadurch Taten vorzuplanen muss künftig unmöglich gemacht werden.“
Innenstaatssekretär de Vries rief zudem zu mehr Entschlossenheit beim Schutz etwa von Energiewirtschaft oder Gesundheitsversorgung auf. „Der Staat muss schnell und entschlossen handeln, wir dürfen beim Schutz der Kritischen Infrastruktur keine weitere Zeit verlieren. Die gravierenden Folgen für Bürger und Unternehmen in Berlin sollten Anlass sein, das Kritis-Dachgesetz nun zügig in Bundestag und Bundesrat zum Abschluss zu bringen“, forderte de Vries. Das Gesetz verpflichte Betreiber kritischer Infrastrukturen „regelmäßige Risikoanalysen vorzunehmen und notwendige Schutzmaßnahmen zu ergreifen“.
| Text-/Bildquelle: | Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de |
| Bildhinweis: | Aufgerissener Bürgersteig (Archiv) |
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Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Welche Personen werden in dem Beitrag erwähnt?
Christoph de Vries, Marc Henrichmann
Welche Institutionen oder Gruppen kommen im Text vor?
CDU, Bundesinnenministerium, Verband kommunaler Unternehmen (VKU), Funke-Mediengruppe, Geheimdienste-Kontrollgremium, Bundestag, Bundesrat
Zu welchem Zeitpunkt hat sich das Geschehen ereignet?
Nicht erwähnt
An welchem Ort spielt die Handlung?
Berlin
Wie lässt sich der Inhalt kurz zusammenfassen?
Der Parlamentarische Staatssekretär Christoph de Vries warnt vor übermäßigen Transparenzvorschriften für Unternehmen kritischer Infrastruktur, da diese Angreifern helfen könnten, Schwachstellen auszumachen, und fordert ein zügiges Handeln zum Schutz dieser Einrichtungen.
Was war der Auslöser des Geschehens?
Der Hintergrund für die Warnungen der Politiker ist ein Angriff auf das Berliner Stromnetz, der die Notwendigkeit verdeutlicht, sensiblere Sicherheitsmaßnahmen und das revidieren von Transparenzvorschriften für Unternehmen der kritischen Infrastruktur wie Energieversorger zu fordern. Die bestehenden Transparenzregelungen könnten potenziellen Angreifer helfen, Schwachstellen systematisch zu identifizieren und auszunutzen.
Welche Reaktionen gab es von Seiten der Politik oder Öffentlichkeit?
Im Artikel wird beschrieben, dass politische Akteure wie Christoph de Vries und Marc Henrichmann vor den Gefahren übermäßiger Transparenzvorschriften für kritische Infrastrukturen warnen, da diese Angreifern ermöglichen könnten, Schwachstellen in den Energie- und Versorgungsnetzen auszumachen. Der Verband kommunaler Unternehmen und die Politiker fordern eine Überarbeitung der Regelungen, um die Sicherheit zu erhöhen und fordern schnellere Maßnahmen zum Schutz kritischer Infrastrukturen.
Welche Folgen oder Auswirkungen werden thematisiert?
Die Folgen oder Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind: verheerende Schäden für Bürger und Unternehmen, Möglichkeit, Schwachstellen in den Energienetzen aufzuspüren, Preisgabe sicherheitsrelevanter Standortdaten, Gebrauchsanweisung für Sabotage oder hybride Angriffe, Sicherheitsrisiko durch allumfassende Transparenz, mögliches Ausspionieren kritischer Infrastruktur, gravierende Folgen für Bürger und Unternehmen in Berlin.
Liegt bereits eine offizielle Reaktion oder Stellungnahme vor?
Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Christoph de Vries, dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundesinnenministerium, zitiert. Er warnt davor, dass zu viel Transparenz für Unternehmen der kritischen Infrastruktur wie Energiebetriebe eine "Einladung für die Feinde unserer Demokratie" darstellt und die Möglichkeit bietet, gezielt Angriffe durchzuführen.
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