Post zweifelt an Beschwerdestatistik der Netzagentur

Postbotin bei der Zustellung, umgeben von Paketen, symbolisiert Herausforderungen im Versandwesen.

Post zweifelt an Beschwerdestatistik der Netzagentur

() – DHL-Konzernchef Tobias Meyer kritisiert die Arbeit der Bundesnetzagentur bei dem Thema Beschwerden.

Die Bundesbehörde veröffentlicht regelmäßig Beschwerdezahlen über die Zustellarbeit der Deutschen Post, die zum DHL-Konzern gehört. Zuletzt nannte die Behörde die Zahl von rund 23.000 Eingaben für das erste Halbjahr 2025, was einem neuen Höchststand entspricht.

Die Statistik sei nicht aussagekräftig, sagte Meyer der „Welt am Sonntag“. Ihm zufolge bekomme die Post nur einen Bruchteil der Beschwerden weitergeleitet und kenne daher die Beschwerdegründe nicht. „Eine Vielzahl der Einwände scheint gar nicht unsere Leistungen im Postversand zu betreffen, die wir nach dem Postgesetz erfüllen müssen – ansonsten müsste man diese doch weitergeben“, sagte Meyer. Er halte es ordnungspolitisch für bedenklich, dass die Post nur in etwa fünf Prozent der Beschwerdefälle Einblick erhalte.

„Am Ende führt diese Art der Kommunikation nicht zu Verbesserungen, sondern nur dazu, dass die Bürger denken, es funktioniere gar nichts mehr in . Und das schadet der Gesellschaft“, so Meyer.

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Allerdings räumte der DHL-Chef ein, dass die Post zuletzt Mängel in der Zustellarbeit hatte. „Es stimmt, dass wir im Sommer unerwartet hohe Sendungsmengen und Probleme mit der Qualität der Postzustellung hatten“, sagte Meyer. Diese Schwierigkeiten seien nun behoben. Generell stehe die Briefzustellung durch die Digitalisierung und den Wegfall von Sendungsmengen vor Herausforderungen. „Auf diesen Strukturwandel reagieren wir etwa mit der Verbundzustellung, bei der Briefe und Pakete gemeinsam ausgefahren werden“, sagte Meyer.

Zu einem anderen Problem in der Zustellarbeit, nämlich der Arbeitsbelastung der Zusteller durch das teilweise hohe Gewicht der Pakete, nahm Meyer erstmals persönlich Stellung. Derzeit liegt die gesetzlich festgelegte Gewichtsgrenze für Pakete im Versand bei 31,5 Kilogramm. Die Gewerkschaft Verdi fordert eine Änderung auf maximal 20 Kilogramm.

„Wir sprechen uns klar für eine Absenkung der Gewichtsgrenze aus“, sagte Meyer. Die Politik müsse sich möglichst zeitnah zu einer Gesetzesänderung durchringen. Jedoch gebe es in der Bundesregierung keine einheitliche Haltung dazu. „Offensichtlich haben einige unserer Wettbewerber, die eine Absenkung der Gewichtsgrenze nicht wollen, hinreichend Einfluss auf einen Teil der Regierungsparteien“, sagte Meyer.

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Text-/Bildquelle: Übermittelt durch www.dts-nachrichtenagentur.de
Bildhinweis: Postbotin (Archiv)

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Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Welche Personen werden in dem Beitrag erwähnt?

Tobias Meyer

Welche Institutionen oder Gruppen kommen im Text vor?

DHL, Bundesnetzagentur, Deutsche Post, Welt am Sonntag, Verdi, Bundesregierung, Regierungsparteien

Zu welchem Zeitpunkt hat sich das Geschehen ereignet?

Das beschriebene Ereignis fand im ersten Halbjahr 2025 statt.

An welchem Ort spielt die Handlung?

Die Orte, an denen das beschriebene Ereignis stattfindet oder stattfand, sind:

Bonn, Deutschland.

Wie lässt sich der Inhalt kurz zusammenfassen?

DHL-Chef Tobias Meyer kritisiert die Bundesnetzagentur für die Veröffentlichung unzureichender Beschwerdezahlen, die seiner Meinung nach nicht die tatsächlichen Zustellprobleme der Deutschen Post widerspiegeln, und fordert eine Senkung der gesetzlichen Gewichtsgrenze für Pakete sowie eine bessere Kommunikation über Beschwerden.

Was war der Auslöser des Geschehens?

Der Hintergrund des Ereignisses ist die steigende Zahl von Beschwerden über die Zustellqualität der Deutschen Post, die von der Bundesnetzagentur erfasst und veröffentlicht wird. DHL-Chef Tobias Meyer kritisiert, dass die Statistik nicht aussagekräftig sei, da die Post nur einen kleinen Anteil der Beschwerden erhält und somit die Gründe nicht kennt. Zudem gibt es interne Herausforderungen wie hohe Sendungsmengen und eine Diskussion über die angemessene Gewichtsgrenze für Pakete, die die Arbeitsbedingungen der Zusteller betreffen.

Welche Reaktionen gab es von Seiten der Politik oder Öffentlichkeit?

DHL-Chef Tobias Meyer kritisiert die Bundesnetzagentur für ihre unzureichende Weiterleitung von Beschwerden, wodurch nur wenige der tatsächlichen Problempunkte bekannt werden. Er fordert eine zügige Gesetzesänderung zur Absenkung der Gewichtsgrenze für Pakete, bemerkt jedoch fehlende Einigkeit innerhalb der Bundesregierung, was durch den Einfluss konkurrierender Unternehmen erschwert wird.

Welche Folgen oder Auswirkungen werden thematisiert?

Die Folgen oder Konsequenzen, die im Artikel erwähnt werden, sind:

- Mangelnde Kommunikation führt zu einem negativen Bürgerbild,
- Bürger könnten denken, dass es in Deutschland nicht funktioniert,
- Schädigung der Gesellschaft,
- Herausforderungen durch Digitalisierung und fallende Sendungsmengen,
- Probleme mit der Arbeitsbelastung der Zusteller durch hohe Paketgewichte,
- Notwendigkeit einer gesetzlichen Anpassung der Gewichtsgrenze.

Liegt bereits eine offizielle Reaktion oder Stellungnahme vor?

Ja, im Artikel wird eine Stellungnahme von Tobias Meyer, dem DHL-Konzernchef, zitiert. Er kritisiert die Bundesnetzagentur und erklärt, dass die veröffentlichten Beschwerdezahlen nicht aussagekräftig sind, da die Post nur einen Bruchteil der Beschwerden erhält. Meyer fordert eine Absenkung der gesetzlichen Gewichtsgrenze für Pakete und bemängelt den Einfluss konkurrierender Firmen auf die Politik, die eine solche Änderung behindern.

Deutsche Textservice Nachrichtenagentur GmbH
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