Joschka Fischer: Russland kann Rüstungswettlauf gegen USA nicht gewinnen

4. März 2018
Joschka Fischer: Russland kann Rüstungswettlauf gegen USA nicht gewinnen

Berlin (ots) – Der ehemalige Bundesaußenminister Joschka Fischer (69), der in seiner Jungend eine der prägenden Figuren der Frankfurter Sponti-Szene war, würde heute, wäre er nochmal jung, nicht mehr rebellieren: „Die Zeiten waren damals ganz anders“, sagte er dem „Tagesspiegel“ (Sonntagausgabe). „Heute können Sie als junger Mensch viel wirksamer intervenieren. Das System ist sehr viel offener als früher. Anstatt zu protestieren, kann man einfach machen.“

Die Ankündigung vom russischen Präsidenten Wladimir Putin vom Donnerstag, neue Atomwaffen zu bauen, bezeichnete Fischer als „alles andere als weitsichtig. Russland kann einen Rüstungswettlauf gegen die USA nicht gewinnen, und dieser wird mehr internationale Instabilität bedeuten. Bei den großen Nuklearmächten USA und Russland gibt es aber meiner Meinung nach eine gewisse Disziplin der Sicherheitsapparate, und die ist auch in Russland noch nicht verloren gegangen.“

Auch die von US-Präsident Donald Trumps geplanten Strafzölle auf Stahlimporte könnten ernste Folgen nach sich ziehen, warnte Fischer im Interview: „Hier kann sich in der Tat eine globale Trendwende Richtung Protektionismus abzeichnen. Wie wird die EU reagieren, wenn jetzt eine Flut von billigen Stahlexporten nach Europa drängt? Es riecht nach Handelskrieg und nicht mehr nach freiem Welthandel!“

https://www.tagesspiegel.de/politik/ex-aussenminister-zu-europa-jo schka-fischer-attestiert-afd-historische-blindheit/21029050.html

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