Kinder- und Jugendärzte fordern Bundesregierung auf, drohendem Ärztemangel …

7. März 2018
Kinder- und Jugendärzte fordern Bundesregierung auf, drohendem Ärztemangel …

Osnabrück (ots) – Kinder- und Jugendärzte fordern Bundesregierung auf, drohendem Ärztemangel entgegenzuwirken

Verbandspräsident Thomas Fischbach für Ergänzung im Koalitionsvertrag

Osnabrück. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) fordert die Bundesregierung auf, stärker gegen den drohenden Mangel an Fachmedizinern vorzugehen. „Wir brauchen ein Drittel mehr Kollegen, allein um den Status Quo zu halten“, sagte BVKJ-Präsident Dr. Thomas Fischbach im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch). „Die Zahl der Weiterbildungsabschlüsse in der Kinder- und Jugendmedizin verbleibt jedoch auf einem gleichbleibenden Niveau. Wir haben also unterm Strich weniger Fachärzte.“

Der Verband rät Eltern, die keinen Arzt für ihr Kind finden, Druck auf die Politik auszuüben. „Die Eltern sollten an die Öffentlichkeit gehen“, empfahl Fischbach. Zuständig sei auch die Kassenärztliche Vereinigung. Sie müsse eine Lösung anbieten, wenn Kinder- und Jugendärzte keine neuen Patienten mehr aufnehmen könnten. Die Politik müsse jedoch die Rahmenbedingungen schaffen. „Wir können nur davon profitieren, dass sich Eltern lautstark beschweren und das auch über Medien publik wird“, sagte Fischbach. „Von der Politik erwarten wir, dass sie diese Nöte der jungen Eltern wahrnimmt und für Abhilfe sorgt.“

Neben einer grundsätzlichen Erhöhung der Zahl der Medizinstudienplätze um 20 Prozent hält der Verband die stärkere Einbindung von Studenten für wichtig. Fischbach fordert, dass nicht nur die Allgemeinmedizin, sondern auch die Kinder- und Jugendmedizin als vertiefender Teil des Studiums definiert wird.

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Kinder- und Jugendärzteverband: Impfstatus junger Eltern „häufig eine Katastrophe“

Präsident Fischbach fordert: Wer Patienten sieht, muss ihn impfen dürfen

Osnabrück. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert mehr Engagement, um die Impfquote im Land zu erhöhen. „Wir brauchen Ärztinnen und Ärzte in den Schulen, um die Impflücken zu schließen. Und es kann nicht sein, dass ein Kinder- und Jugendarzt keine Erwachsenen impfen darf“, sagte Dr. Thomas Fischbach, Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ), im Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Mittwoch). Wenn ein Säugling zur Vorsorgeuntersuchung in seine Praxis komme, lasse er sich stets die Impfausweise der Eltern zeigen. „Der Impfstatus dieser jungen Menschen ist häufig eine Katastrophe. Es gibt kaum Eltern, bei denen ich nicht nachimpfen muss. Da fehlt der Keuchhustenschutz, der Schutz gegen Masern und Röteln.“ Im Bezirk Nordrhein, in dem Fischbach praktiziert, darf man die Eltern mitimpfen. In anderen Bezirken – etwa in Berlin, in Bremen oder dem Saarland – sei es nicht erlaubt, beklagt Fischbach. „Das muss bundesweit geändert werden – auch über Fachgruppengrenzen hinweg. Wer den Patienten sieht, muss ihn impfen dürfen.“

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte fordert seit Jahren eine Impfpflicht für Kinder, die eine Kita besuchen. Argumente von Impfgegnern lässt der Verbandspräsident nicht gelten. „Ich habe keine Lust mehr, mich mit Verschwörungstheoretikern auseinanderzusetzen“, sagte Fischbach. „Impfungen sind gut verträglich und bieten einen hohen Schutz vor gefährlichen Erkrankungen. Lässt man sie weg, führt das zu Todesfällen, die einfach nicht sein müssten.“

Quellenangaben

Textquelle:Neue Osnabrücker Zeitung, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/58964/3884578
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