Schlachtfelder Kommentar zur SPD

8. März 2018
Schlachtfelder  Kommentar zur SPD

Mainz (ots) – Martin Schulz und Sigmar Gabriel hießen die beiden Männer, die Anfang des vergangenen Jahres die Claims absteckten und die Macht in der SPD unter sich aufteilten. Dieses Jahr nun, am symbolträchtigen Datum 8. März, dem Weltfrauentag, hat Andrea Nahles die politische Karriere Sigmar Gabriels knallhart beendet. Mitleid ist unangebracht, wer Hitze nicht aushält, darf nicht in die Küche gehen. Doch einige Aspekte gilt es zusätzlich zu bedenken. Die SPD wird jünger und weiblicher, so viel zumindest steht schon fest. Aber es ist weder Machotum noch Alterszorn darauf hinzuweisen, dass weder „jung“ noch „weiblich“ schon ein Wert an sich ist, genauso wenig wie „männlich“ oder „alt/erfahren“. Die Generalsekretärin Nahles hatte einst sehr unter dem Vorsitzenden Gabriel zu leiden – das war jetzt hoffentlich nicht ihr entscheidendes Motiv, ihn in die Ministerrente zu schicken. Wahr ist: Als Vorsitzender war Gabriel oft eine irrlichternde, sprunghafte Nervensäge, und dass er kürzlich behauptete, seine kleine Tochter habe seinen ehemaligen Freund Schulz als „Mann mit den Haaren im Gesicht“ gehänselt, war unsäglich. Wahr ist aber auch: Als Außenminister machte Gabriel einen ausgezeichneten Job. Es hätte der SPD und – weit wichtiger – der Republik gutgetan, ihn weiter in diesem Amt zu halten. Außenminister wird nun Heiko Maas. Ein politisches Schwergewicht? Nein – immerhin: Er kann eins werden. Das Außenamt ist ein Schlachtfeld. Drinnen, weil Merkel auch dort weiter dominieren will. Und draußen, weil dort Leute wie Trump und Erdogan warten. Als Außenminister kann jemand stark gewinnen oder ganz stark verlieren. Man wird sehen.

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