Gemeinsame Erklärung zum Münchener Spitzengespräch am 9. März 2018

9. März 2018
Gemeinsame Erklärung zum Münchener Spitzengespräch am 9. März 2018

Berlin (ots) – Deutschland zusammenhalten. Modernisieren. Sicherheit geben.

Wirtschaft und Gesellschaft befinden sich in einer Zeitenwende mit hoher Dynamik, Komplexität und Umwälzungen in vielen Lebensbereichen. Mehr denn je ist nachhaltiges politisches Handeln gefragt, das auf die Balance von Gegenwart und Zukunft ausgerichtet ist.

Die Deutsche Wirtschaft ist sich darüber bewusst, dass gerade in Umbruchzeiten breite politische Kompromisse gefunden werden müssen. Den-noch ist es irritierend, wenn mit dem Koalitionsvertrag mehr Erschwernisse und mehr Belastung auf Unternehmen und Betriebe zukommen, statt Flexibilität und Erleichterung. Erst recht in Zeiten, in denen die globale Konkurrenz wächst, die Verunsicherung bei Bürgern, Betrieben und Unternehmen zunimmt und der demografische Wandel immer spürbarere Ausmaße an-nimmt. Von daher muss die Politik der Leitlinie folgen: Deutschland zusammenhalten. Modernisieren. Sicherheit geben.

Zu Recht wird das Zukunftsthema Bildung von der künftigen Bundesregierung groß geschrieben. Dazu müssen nach Auffassung der Deutschen Wirtschaft die Allianz für Aus- und Weiterbildung weiterentwickelt und der geplante Berufsbildungspakt analog zum Hochschulpakt mit ausreichenden Mitteln ausgestattet werden. Berufsorientierung sollte an allen Schulen verpflichtend stattfinden und die vielfältigen Chancen der Beruflichen Bildung aufzeigen.

Die großen Herausforderungen, vor denen unser Land steht – wie der demografische Wandel, der Erhalt unserer Wettbewerbsfähigkeit im globalen Maßstab und die Digitalisierung -, erfordern den politischen Willen zu nachhaltigen und zukunftsgewandten Lösungen. Die Deutsche Wirtschaft hätte sich hier in zentralen Politikfeldern mehr Mut gewünscht.

In der Sozialpolitik sind zukunftsorientierte und generationengerechte Weiterentwicklungen notwendig. Die Wirtschaft bekennt sich zum sozialen Zusammenhalt und zur Teilhabe in unserem Land. Ihre Leistungsfähigkeit kann sie aber nur dann dauerhaft sichern, wenn die Betriebe und Unter-nehmen nicht zusätzlich belastet werden. Der Gesamtsozialversicherungs-beitrag darf auch langfristig die 40-Prozent-Marke nicht übersteigen.

Konstruktives Miteinander sollte auch Leitmotiv in der Arbeitsmarktpolitik sein. Unser Land braucht ein modernes Arbeitsrecht, das auf Tarifpartnerschaft setzt und passgenaue Regelungen vor Ort. Dazu gehören gesetzliche Öffnungsklauseln für die Tarifpartner – insbesondere für die Ausgestaltung der Arbeitszeit – sowie ein moderner Datenschutz.

Die Deutsche Wirtschaft appelliert an die neue Bundesregierung, Steuerpolitik als Standortpolitik zu nutzen. In der aktuellen Lage reicht ein Verzicht auf Steuererhöhung nicht aus. Deutschland kann sich hier vom internationalen Wettbewerb um die besten Rahmenbedingungen für die Betriebe und Unternehmen nicht abkoppeln. Eine strukturelle Modernisierung der Unternehmensbesteuerung muss deshalb auf der Agenda bleiben. Ziel muss es sein, die Steuerbelastung der Unternehmen zu senken, Finanzierungs- und der Rechtsformneutralität herzustellen und Sonderbelastungen – wie die durch den Solidaritätszuschlag – so schnell wie möglich zu beseitigen.

Ein Schlüsselbereich für die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands ist die Digitalisierung. Da nahezu alle Politikbereiche davon betroffen sind, ist die Verortung der politischen Gesamtkoordination im Bundeskanzleramt ein wichtiger Schritt. Prioritär ist die deutliche Beschleunigung des flächendeckenden Glasfaserausbaus mit Gigabitnetzen. Daneben sind zentrale Elemente: die Sicherung fairen Wettbewerbs in der Plattformökonomie, die digitale Verwaltung, Gründungsförderung und ein entschlossenes gemeinsames Vorgehen bei der Cybersicherheit. In der Innovationspolitik sollten Schlüsseltechnologien im Rahmen einer ambitionierten Hightech-Strategie vorangetrieben werden. Die direkte Forschungsförderung muss zusätzlich um eine steuerliche Komponente ergänzt werden.

Deutschland muss weiterhin Wegbereiter in Sachen Klimaschutz und Energieeffizienz bleiben. Hier sind die Betriebe und Unternehmen auf verlässliche und passgenaue energie- und klimapolitische Rahmenbedingungen angewiesen. Dazu gehören wirtschaftlich vertretbare Kostenbedingungen, die Weiterentwicklung bestehender Förder- und Anreizmechanismen sowie Regulierungen mit Augenmaß.

Die nächste Bundesregierung muss wichtige Impulse für die Stärkung von Wachstum, Wettbewerbsfähigkeit und Stabilität in der EU setzen. Struktur-reformen in der Wirtschaft, die Vertiefung der Wirtschafts- und Währungs-union und die Verhandlungen zum Mehrjährigen Finanzrahmen bieten exzellente Chancen, Wachstum und Stabilität in der ganzen EU zu erhöhen. Unverzichtbar bleibt dabei die Wahrung der Einheit von Risiko und Haftung für alle Mitgliedstaaten.

Die Deutsche Wirtschaft ist äußerst besorgt über die Entscheidung der US-Regierung, weitreichende Strafzölle zu verhängen. Um eine Spirale des Protektionismus abzuwenden, sind Bundesregierung und EU gefordert, für das Welthandelssystem weiterhin einzustehen.

Quellenangaben

Textquelle:BDI Bundesverband der Deutschen Industrie, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/6570/3886787
Newsroom:BDI Bundesverband der Deutschen Industrie
Pressekontakt:BDI Bundesverband der Dt. Industrie
Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Breite Straße 29
10178 Berlin
Tel.: 030 20 28 1450
Fax: 030 20 28 2450
Email: presse@bdi.eu
Internet: http://www.bdi.eu

Weitere interessante News

DocuWare meldet Rekordumsatz von 44 Millionen Euro in 2017 – Top-Ergebnisse dank DocuWare … Germering (ots) - DocuWare, einer der weltweit führenden Anbieter von Cloud Content Services, gibt heute die Zahlen für das am 31. Dezember endende Geschäftsjahr 2017 bekannt. Die Cloud-First-Strategie des Unternehmens geht auf - allein mit DocuWare Cloud wurde ein Wachstum von knapp 140 Prozent erreicht. Im Geschäftsjahr 2017 konnte DocuWare das Wachstum beschleunigen und die Profitabilität des Unternehmens verbessern. Mit einer Steigerungsrate von 18,4 Prozent - 20 Prozent währungsbereinigt - ...
BG ETEM will Unternehmen zu Sicherheit und Gesundheit lotsen Köln (ots) - Unter dem Titel "kommmitmensch" wirbt eine Kampagne der gesetzlichen Unfallversicherung dafür, Sicherheit und Gesundheit zu einem zentralen Wert im Unternehmen zu machen. Die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) unterstützt die Kampagne und hat ein spezielles Präventionsangebot entwickelt. In den vergangenen Jahrzehnten ist das Risiko, bei der Arbeit einen Unfall zu erleiden, drastisch gesunken. Heute liegt die Unfallhäufigkeit mit rund 14 Unfällen...
BP Mitarbeiter „erarbeiten“ Rekordsumme für soziale Zwecke Bochum (ots) - Unternehmen honoriert gesellschaftliches EngagementGemeinnütziger Einsatz zahlt sich buchstäblich aus: Mitarbeiter von BP in Deutschland haben durch ihr persönliches, soziales Engagement im vergangenen Jahr die Rekordsumme von über 1,1 Millionen Euro in Verbindung mit dem BP Spendenprogramm "Matching Fund" erzielt. Egal, ob durch freiwilligen Einsatz, zum Beispiel Malerarbeiten an einer Schule, ein Ehrenamt in einem Verein oder eine finanzielle Spende - das Geld kommt gemeinnüt...

Über Presseportal.de

presseportal.de - Die große Online-Datenbank für Presseinformationen in Text, Bild, Audio und Video. Pressemitteilungen und Pressematerial zu sehr vielen verschiedenen Themen. Ein Service von news aktuell aus der dpa-Firmengruppe.

© Copyright 2017. IT Journal.