Monika Willer zum Tod von Kardinal Lehmann

11. März 2018
Monika Willer zum Tod von Kardinal Lehmann

Hagen (ots) – Auf der Frankfurter Buchmesse. Der Kardinal ist einer der wenigen, die nicht durch die Gänge hasten. Er lässt sich an den Verlagsständen in Ruhe die Neuerscheinungen vorstellen, selbst als seine Entourage schon ungeduldig mit den Hufen scharrt. Und er hat Zeit, viel Zeit, für eine Reporterin aus dem Sauerland, auch wenn die wichtigen Leute schon auf ihn warten. Bücher und Wissen, Menschen und Begegnungen, das sind die Koordinaten, die das Leben und Wirken von Kardinal Karl Lehmann prägten. Er war der erste der deutschen Bischöfe, dem stets gegenwärtig blieb, dass Katholiken Menschen sind, dass Krisen wie ungewollte Schwangerschaften oder zerbrechende Ehen an den Gläubigen nicht vorbeigehen, und er richtete seine Seelsorge und seine Kirchenpolitik ohne Pomp und Pathos an der Realität des gelebten Lebens aus. Dafür haben ihn viele gehasst und gefürchtet, in Rom, bei den katholischen Ultras und unter den Kollegen von der Bischofskonferenz. Karl Lehmann war ein Hoffnungsträger, nicht nur der Katholiken, sondern aller Christen in Deutschland. Denn er hat bewiesen, dass Freidenken und Glaubenstreue einander nicht ausschließen. Lehmann war kein geduldiger Mann, aber er hat mit Geduld alle Demütigungen ertragen, die der kirchliche Apparat für ihn bereithielt. Nun ist er verstummt, der kluge Kirchenmann und große Humanist. Er wird fehlen, umso mehr, als die Herausforderungen für die Kirche nicht kleiner geworden sind.

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