Rückgrat zeigen Kommentar von Reinhard Breidenbach zu Seehofer

12. März 2018
Rückgrat zeigen  Kommentar von Reinhard Breidenbach zu Seehofer

Mainz (ots) – Vermutlich ist Horst Seehofer bislang nie Sami Nouri begegnet; der 21-jährige Nouri ist der neue junge Star am Pariser Modeschöpfer-Himmel. Als er 5 war, floh er mit seiner Familie vor den Taliban aus Afghanistan. Mit 14 stand er alleine am Bahnhof von Tours. Es folgte eine gelungene Integrationsgeschichte. Der neue Innenminister Seehofer ist, auch wenn er manchmal unfreiwillig wie ein Komödiant daherkommt, zu intelligent, um solche Erfolgsstorys, die sich natürlich auch in Deutschland vollziehen können, kleinzureden. Aber fürs Erste schlägt Seehofer in Sachen Flüchtlingspolitik mal richtig kernige Töne an. Was keinesfalls bedeutet, dass er inhaltlich daneben liegt. In der Tat müssen Straftäter und Gefährder unter den Flüchtlingen konsequenter abgeschoben werden, nicht zuletzt deshalb, weil sie den Gutwilligen und deren Integration schaden. Schon in den 90er Jahren als Gesundheitsminister war Seehofer ein harter Hund – aber einer, der die Grenzen des Machbaren und des Sinnvollen erkannte. Der absolute Maßstab der Flüchtlingspolitik ist weiter das, was Joachim Gauck als Bundespräsident 2015 formulierte: „Unser Herz ist weit, aber unsere Möglichkeiten sind endlich.“ Wobei auch der erste Halbsatz nie aus dem Blick geraten darf. Wenn Seehofer „null Toleranz gegenüber Straftätern“ fordert, dann meint er damit Täter jedweder Nationalität. Für dieses Ansinnen verdient der neue Minister kräftigen Applaus und jede Unterstützung. In Zeiten, in denen charakterliche Verwahrlosung um sich greift und Gewaltbereitschaft schneller wächst als Unkraut, muss der Staat Rückgrat zeigen.

Quellenangaben

Textquelle:Allgemeine Zeitung Mainz, übermittelt durch news aktuell
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