Ärztliche Bedarfsplanung neu justieren

13. März 2018
Ärztliche Bedarfsplanung neu justieren

München (ots) – In Bayern sind rund 26 Tausend Ärzte und Psychotherapeuten in einer Praxis tätig. Es gibt vereinzelt unterversorgte, aber auch eine Vielzahl an überversorgten Regionen im Freistaat. Sigrid König, Vorständin des BKK Landesverbandes Bayern, anlässlich einer Beratung bei der Bayerischen Ärztekammer zum Thema Ärztenachwuchs: „Wo Ärztemangel besteht, muss er abgebaut werden. Auch das Thema überversorgte Regionen müssen wir aus der Tabuzone holen. Beides kann schädlich für Versicherte sein. Die Bedarfsplanung und alle gut gemeinten Struktur- und sonstigen Förderprogramme müssen immer beide Seiten der Medaille im Blick haben. Um dies gewährleisten zu können, muss der Gesetzgeber das Mitspracherecht der Krankenkassen stärken.“

Aktuell werden in Bayern 325 Planungsbereiche geführt, die mit einem Versorgungsgrad von 140 Prozent und mehr als stark überversorgt gelten. Betroffen sind 16 Arztgruppen, darunter überwiegend Chirurgen, Orthopäden, Hautärzte, aber auch Psychotherapeuten. Dem gegenüber stehen 38 Planungsbereiche, die Indizien einer drohenden Unterversorgung zeigen; rund 70 Prozent betreffen die hausärztliche Versorgung. Sigrid König: „Auf jeden rechnerisch gefährdeten Versorgungsbereich kommen acht massiv überversorgte Bereiche. Wenn wir die Versorgung regional stärken wollen, müssen wir den Mut für Strukturveränderungen auf versorgungsschwachen und versorgungsstarken Seiten haben.“

Dabei sind die Regeln und Kriterien, nach denen über- und unterversorgte Planungsbereiche bewertet werden, höchst umstritten. Gilt eine Region aufgrund der Bevölkerungs- und Ärztestruktur als überversorgt und kommt es bei der anschließenden Bewertung in den Zulassungsgremien zum Patt, gilt ein Antrag auf Nachbesetzung als genehmigt. Ein systematischer Fehler, stellt BKK-Chefin König fest.

Der BKK Landesverband Bayern vertritt als Körperschaft des öffentlichen Rechts die Interessen der Betriebskrankenkassen und ihrer Versicherten in Bayern. Aktuell zählt der BKK Landesverband Bayern 16 Betriebskrankenkassen als Mitglieder mit rund 3,1 Millionen Versicherten (Kassensitz). In Bayern selbst leben knapp 2,4 Millionen Menschen, die bei einer Betriebskrankenkasse (BKK) versichert sind. Damit verfügen die Betriebskrankenkassen im Freistaat über einen GKV-Marktanteil von rund 22 Prozent.

Quellenangaben

Textquelle:BKK Landesverband Bayern, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/77668/3889699
Newsroom:BKK Landesverband Bayern
Pressekontakt:Manuela Osterloh
Pressesprecherin
Kommunikation

Tel.: +49 89 74579-421| Fax: +49 89 74579-55421
E-Mail: osterloh@bkk-lv-bayern.de | www.bkk-bayern.de
E-Mail: presse@bkk-lv-bayern.de
BKK Landesverband Bayern | Züricher Str. 25 | 81476 München
Körperschaft des öffentlichen Rechts | Vorständin: Sigrid König

Weitere interessante News

Kranken- und Pflegekassen haben Millionenschulden bei ambulanten Pflegediensten Potsdam (ots) - Weil die Kranken- und Pflegekassen Zahlungen in Millionenhöhe nur mit wochenlangen Verspätungen leisten, kämpfen viele ambulante Pflegedienste in Brandenburg mit hohen Außenständen. "Wenn ein ambulanter Dienst mit wenigen Mitarbeitern wochenlang auf 50.000 oder 60.000 Euro warten muss, die ihm zustehen, dann geht das an die Substanz", warnt die Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Ellen Fährmann. "Wenn wir grob überschlagen, welche A...
1.600 neue Pflege-Azubis: „Dieser Erfolg ist eine Verpflichtung.“ Potsdam (ots) - Zu den heute durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Frauen und Familie vorgelegten Auszubildendenzahlen in der Pflege sagt die brandenburgische Landesvorsitzende des Bundesverbandes privater Anbieter sozialer Dienste e.V. (bpa) Ellen Fährmann: "Die deutlich gestiegenen Auszubildendenzahlen in der Pflege zeigen deutlich, wie attraktiv dieser Beruf inzwischen geworden ist und wie viel die gemeinsamen Anstrengungen von Unternehmen und Politik gebracht haben. Dass si...
Terminankündigung 31. BPI-Unternehmertag am 14. März 2018 Berlin (ots) - Fünf Monate lang hat die geschäftsführende Bundesregierung die Probleme nur verwalten können. Welche arzneimittelpolitischen Themen nach dem Entscheidungsvakuum nun schnell behandelt werden müssen - darüber diskutieren Apotheker, Ärzte, Kostenträgern und Pharmaindustrie am Tag der Kanzlerwahl beim 31. BPI-Unternehmertag. Wir laden Sie herzlich ein zum öffentlichen Teil des31. BPI-Unternehmertag von 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr im dbb forum, Friedrichstraße 169/170, 10117 Berlin Wi...

Über Presseportal.de

presseportal.de - Die große Online-Datenbank für Presseinformationen in Text, Bild, Audio und Video. Pressemitteilungen und Pressematerial zu sehr vielen verschiedenen Themen. Ein Service von news aktuell aus der dpa-Firmengruppe.

© Copyright 2017. IT Journal.