Koalitionsvertrag der möglichen GROKO – oder Vermietern kommt das GROßeKOtzen

16. März 2018
Koalitionsvertrag der möglichen GROKO – oder Vermietern kommt das GROßeKOtzen

Vermieter durch die Vereinbarung stark betroffen

Dieses Wochenende habe ich mal so richtig meine Zeit verschwendet. 177 Seiten habe ich gelesen. So lange ist er, der Koalitionsvertrag der möglichen Neugruselauflage der Großen Koalition.

Mein Buch zu den Mieterhöhungsverfahren erscheint im März auch als Neuauflage. Da gehört natürlich alles rein, was neu ist, dachte ich mir. Außerdem wollte ich hier auf cashkurs.com meinen Lesern eine Zusammenfassung der beabsichtigten Änderungen der GROKO im Mietrecht liefern.

Hier können Sie den Vertrag selbst lesen, wenn Sie möchten.

Vorab: Es lohnt sich nicht.

Wohnraumoffensive

Vollmundig erklärte der Innen- und Heimatminister in spe, Horst Seehofer noch am Donnerstag, dass viel Gutes für die Bürger vereinbart wurde.

Dieses “Gute” habe ich lange gesucht. Gefunden habe ich viel Geschwurble, unverbindliche Absichtserklärungen und im nächsten Abschwung nicht finanzierbaren Umverteilungswahn.

Im vollmundig als “Wohnraumoffensive” bezeichneten Kapitel heißt es “Wir wollen erreichen, dass 1,5 Millionen Wohnungen und Eigenheime frei finanziert und öffentlich gefördert gebaut werden. Hierzu gehört auch, dass der Bestand an bezahlbarem Wohnraum gesichert wird.

Wir werden im Rahmen eines “Wohngipfels 2018″ mit Ländern, Kommunen, Vertretern der Bau- und Immobilienwirtschaft, der Mieter- und Vermieterverbände und der Gewerkschaften Eckpunkte eines Gesetzespaketes “Wohnraumoffensive” vereinbaren.

Das “Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen” und die im Rahmen dessen begründete Innovationspartnerschaft werden fortgesetzt. Beide werden bis 2021 die Umsetzung der Vereinbarungen begleiten und gegebenenfalls weitere Initiativen zur Zielerreichung beim Wohnungsneubau anstoßen. Für eine “Nachhaltige Baulandmobilisierung und Bodenpolitik” werden wir eine Enquete-Kommission einsetzen.”

Im Wesentlichen sollen für die Schaffung von Bauland die Kommunen und Landwirte herangezogen werden. Was die “Enquete-Kommission” da nun genau machen soll, erschließt sich mir nicht.

Für den freifinanzierten Wohnungsbau im bezahlbaren Mietsegment sollen steuerliche Anreize geschaffen werden. Erst verteuert man die Baukosten durch fragwürdige Energieeinsparverordnungen ins Unermessliche und dann sollen Privatinvestoren für ein “bezahlbares Mietsegment” sorgen. Da bleiben keine Wünsche mehr offen und kein Auge mehr trocken.

Mieten

Ein paar Absätze weiter, im Kapitel “Mieten” heißt es dann “Wir wollen Mieter besser vor bewusstem Missbrauch bei der Ankündigung und der Durchführung von Modernisierungsmaßnahmen schützen. Das gezielte Herausmodernisieren wird künftig den Tatbestand einer Ordnungswidrigkeit erfüllen und für Mieter Schadensersatzansprüche begründen.

In Gebieten geltender Kappungsgrenze für Mieterhöhungen wird die Modernisierungsumlage auf acht Prozent abgesenkt.

Wir wollen verhindern, dass Mieter durch Modernisierungsmaßnahmen unverhältnismäßig belastet werden. Die monatliche Miete darf künftig nach einer Modernisierung nicht um mehr als drei Euro pro Quadratmeter Wohnfläche innerhalb von sechs Jahren erhöht werden (Kappungsgrenze).

Aha. Vermieter sind also Halunken, die nichts anderes im Sinn haben, als ihre Mieter “herauszumodernisieren”. Das bedeutet, so aufwendig zu modernisieren, dass die Mieten danach so hoch steigen, dass sich kein Mieter die Mieten mehr leisten kann und deshalb ausziehen muss. In Zukunft können Sie modernisieren wie Sie wollen, mehr als drei Euro Mieterhöhung pro m² Wohnfläche sind dann nicht mehr drin.

Nichts ist weiter von der Realität entfernt, als diese Sichtweise.

Die kleinen Privatvermieter, die ich kenne, liegen mit ihren Mieten zum Großteil deutlich unter dem, was der Markt bereit wäre zu zahlen. In Gesprächen, die ich mit diesen Vermietern, auch auf meinen Seminaren führen darf, höre ich oft das Argument, dass man seine guten, pünktlich und zuverlässig zahlenden Mieter, nicht vergraulen möchte. Schon gar nicht, wenn diese einigermaßen pfleglich mit der Wohnung umgehen.

Es sind die großen Wohnungsunternehmen und Vermietungsgesellschaften mit Wohnungsbeständen von teilweise über einhunderttausend Einheiten, die strikt und rücksichtslos nach betriebswirtschaftlichen Renditemaximierungsgesichtspunkten vorgehen. Erst recht, wenn sie ihre Teilhaber zufriedenstellen müssen.

Leider werden auch die Mieter durch diese Politik der “Abgehobenen” der Kanzlerwahlvereine nichts gewinnen.

Ausdünnung des Mittelstandes

Diese Koalitionsvereinbarung ist nichts anderes als eine Fortsetzung der unseligen Politik der letzten Jahre zur Ausdünnung des Mittelstandes.

Bezogen auf Immobilien bedeutet das, dass die Vermietung von Wohnraum für Kleinanleger unattraktiver wird. Die Vermieter werden mit Vorschriften, Gesetzen und Verpflichtungen wie beispielsweise dem Ausstellen von Meldebescheinigungen und Informationszwang an die Eichämter beim Wechsel von Wasseruhren weiter überladen.

Wer hat da noch Lust, Wohnungen zu vermieten? Zum Kapitel “Finanzen und Steuern” will ich mich an der Stelle gar nicht äußern. Realitätsferne und Blabla prägen auch dieses Kapitel.

Konsequenz

Die Konsequenzen aus der Politik und der uns nun drohenden Neuauflage stellen sich für mich folgendermaßen dar:

Wenn die Zinsen steigen, wird es unangenehm für Vermieter. Ich wurde hier von Lesern, die Zinsanstiege für ausgeschlossen halten, für meine Überzeugung, dass die Zinsen steigen, schon im letzten Jahr gescholten. Das ändert nichts daran: Die Zinsen werden steigen.

Wo immer aus steuerlicher und wirtschaftlicher Sicht möglich, sollte man den in den letzten Zügen liegenden Preisboom nutzen und Wohnimmobilien verkaufen. Bei Geschäftsräumen und Gewerberäumen sehe ich das entspannter.

Wer sich nicht trennen kann oder mangels Alternativen weiterhin dem Immobilienkaufwahn verfallen ist, sollte zumindest mein Buch dazu lesen, damit die gröbsten Fehler vermieden werden.

Schulungen, Seminare und Coaching. Zuhause auf den Immobilienmärkten in Europa. Fachbücher und Publikationen vom Spezialverlag.

Firmenkontakt
Thomas Trepnau SAS
Norbert Heesfeld
Ar Verouri Nevez 31
29700 Plomelin
+33658626107
info@betongoldkurs.com
http://www.immobilienkurs.com

Pressekontakt
Thomas Trepnau SAS
Daniel Treuseel
Ar Verouri Névez 31
29700 Plomelin
+33658626107
info@betongoldkurs.com
http://www.immobilienkurs.com

Weitere interessante News

HRS wird Siemens‘ globaler Partner für den Hotelbereich Köln (ots) - HRS hat die globale Ausschreibung von Siemens gewonnen und übernimmt für den Konzern alle Geschäftsprozesse rund um das weltweite Hotelprogramm. Mit einem Volumen von jährlich mehr als 3 Millionen Übernachtungen war dies eine der größten globalen Ausschreibungen. HRS überzeugte mit einer hohen Innovationskraft und der Tatsache, als vertikaler Experte global die gesamte Wertschöpfungskette rund um das Hotel Management zu optimieren. Siemens und HRS setzen mit diesem konsequenten Schr...
Wer kann was? – Neue Folge der Comedyshow „Was kann ich?“ bei RTL II München (ots) - Die neue lustige Panelshow bei RTL II- Unglaubliche Talente in außergewöhnlichen Disziplinen - Ausstrahlung am Montag, 05. März 2018, um 22:15 Uhr bei RTL II Instant Friseur? Zauberer? Oder doch Taubenwerfer? In der neuen Folge von "Was kann ich?" tappt das kreative Panel mit Sonya Kraus, Maxi Gstettenbauer, Oliver Beerhenke und Amiaz Habtu im Dunkeln. Anhand einer einzigen Geste muss die Jury das einzigartige Talent des Kandidaten erraten, doch das ist bei diesen ungewöhnlich...
Grüne Woche 2018: Abschlussbericht – Trendsetter und Testmarkt Berlin (ots) - Erneut 400.000 Gäste auf Berlins besucherstärkster Messe - Publikum gab erstmals über 50 Millionen Euro aus - Startups zeigten kreative und nachhaltige Geschäftsideen - GFFA mit 70 Landwirtschaftsministern und 2.000 Spitzenvertretern des internationalen Agribusiness Für die Fachwelt das weltweit bedeutendste agrarpolitische Event, für das Publikum eine einzigartige Erlebniswelt: Zwischen diesen Polen bewegte sich auch in diesem Jahr die Internationale Grüne Woche Berlin. Rund 400....
Graf Lambsdorff: Trumps mangelnde Ernsthaftigkeit macht sprachlos Düsseldorf (ots) - Der Vize-Chef der FDP-Fraktion im Bundestag, Alexander Graf Lambsdorff, zeigte sich entsetzt über die Drohung von US-Präsident Donald Trump gegenüber Russland. "Der Mangel an Ernsthaftigkeit, den der amerikanische Präsident als Oberkommandierender der stärksten Streitkräfte der Welt zeigt, macht einen sprachlos", sagte Lambsdorff der in Düsseldorf erscheinenden "Rheinischen Post" (Donnerstagausgabe). Es sei sehr besorgniserregend, dass der US-Präsident Russland wie einen Sc...
Innovation made bei Flair Hotels mit „Tiny Houses“ Wohnwagon “Frieda” bietet ein neues Urlaubsgefühl Wie wollen wir in Zukunft leben, wie wollen wir unseren Urlaub verbringen? Das Team vom Flair Hotel Reuner in Zossen (Berlin), das bereits seit vielen Jahren Mitglied bei der Flair Hotelkooperation ist, ist dem Gedanken nachgegangen und hat sich sehr kreativ und innovativ mit dem Thema auseinandergesetzt. Heraus gekommen ist eine Kooperation mit dem Team von “Wohnwagon” aus Österreich. Das Unternehmen hat Daniel...
Enghouse ernennt Rüdiger Bohn zum Managing Director Leipzig, 15. März 2018 – Enghouse Interactive hat Rüdiger Bohn zum neuen Managing Director ernannt. In seiner Position verantwortet der Sales- und Customer-Care-Spezialist die Regionen DACH, Benelux und Frankreich. Bohn will den Partnervertrieb weiter stärken und Enghouse langfristig sowohl bei Cloud- als auch bei On-Premise-Lösungen als Key Player für Customer-Experience-Lösungen etablieren. Mit Rüdiger Bohn tritt ein Experte in Sachen Customer Experienc...
Freudenberg wächst weiter nachhaltig durch wegweisende Innovationen und … Weinheim (ots) - Der weltweit tätige Technologiekonzern Freudenberg hat seine gute Geschäftsentwicklung in einem anspruchsvollen gesamtwirtschaftlichen Umfeld weiter fortgesetzt. Das Unternehmen hat im Jahr 2017 auf Basis der IFRS (Bewertung von Gemeinschaftsunternehmen nach der At-Equity-Methode) den Umsatz auf 9.345,6 Millionen Euro (VJ. 7.900,1 Millionen Euro) gesteigert. Dies ist ein Anstieg von 1.445,5 Millionen Euro und entspricht einer Steigerung von 18,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Na...
Gauland: Polen und andere Mitgliedsstaaten dürfen sich nicht von Merkel erpressen lassen Berlin (ots) - Zu den Äußerungen des polnischen Außenministers über die Regierungserklärung Angela Merkels vom 22. Februar 2018 erklärt der AfD-Fraktionsvorsitzende Alexander Gauland: "Polen wehrt sich vollkommen zu recht gegen die unsägliche Androhung von Angela Merkel die Verteilung von Flüchtlingen mit der Vergabe von EU-Geldern zu verknüpfen. Das ist nichts Anderes als ein schäbiger Erpressungsversuch, um ihre eigene verfehlte Flüchtlingspolitik den kleineren Mitgliedsstaaten aufzuzwingen. D...
Physiotherapie (Balingen / Tübingen) hilft bei Gelenkschmerzen Bei Muskel- und Gelenkschmerzen setzt Krankengymnast Adam Hypa und sein Team auf verschiedene Therapien BALINGEN / TÜBINGEN. Eine individuelle Therapie setzt ein breites Therapieangebot voraus. Physiotherapeut Adam Hypa, der in Balingen im Einzugsbereich Tübingen / Reutlingen eine Praxis für Krankengymnastik führt, setzt je nach Beschwerden und Ausgangslage auf eine Therapie, die individuell auf den Patienten abgestimmt ist. Das setzt voraus, dass der Therapeut aus einer m&o...
‚Der Spiegel‘ verlängert seine Druck-Verträge Hamburg (ots) - Der Hamburger Spiegel-Verlag hat seine Druck-Verträge für das Nachrichtenmagazin 'Der Spiegel' mit den Druckereien Mohn Media (Bertelsmann) in Gütersloh und Stark Druck in Pforzheim zur Ausgabe 3/2018 um fünf Jahre verlängert. Das bestätigte ein Verlagssprecher auf Anfrage des Hamburger Medienmagazins 'new business' (www.new-business.de). Zu weiteren Details machte er keine Angaben. Laut Insidern produzieren beide Druckpartner weiterhin jeweils 50 Prozent der Gesamtauflage von üb...

Über PR-Gateway.de

pr-gateway.de - Garantierte Veröffentlichungen auf +250 Themenportale + Presseportale für Ihre Pressemitteilungen.


Quelle:
https://www.pr-gateway.de/s/339769
© Copyright 2017. IT Journal.