Duale Ausbildung im Hörakustiker-Handwerk

3. April 2018
Duale Ausbildung im Hörakustiker-Handwerk

Mainz (ots) –

Mathematik, Deutsch, Englisch, Französisch oder Latein sind Pflichtfächer für die bundesweit rund 350.000 Schüler, die sich gerade auf ihr Zentralabitur vorbereiten. Neben den Prüfungen stehen die Abiturienten gleichzeitig vor der Herausforderung, sich mit ihrer Zukunft zu beschäftigen: Ausbildung oder Studium? Welche Richtung? Wie sind die Perspektiven? Welcher Job ist wirklich zukunftssicher? Schließlich lassen der technologische Fortschritt und die Digitalisierung immer neue Berufe und Branchen entstehen, andere passen sich an oder verschwinden.

Ein Beruf, der zukunftsfest ist und Technisches wie Soziales vereint, ist der Beruf des Hörakustikers. Die Zahl der Schwerhörigen wächst, allein durch die Alterspyramide. Und auch die Sensibilität für den großen Wert guten Hörens wird immer höher.

Angehende Hörakustiker sollten eine ausgeprägte soziale Kompetenz mitbringen, denn ihre Aufgabe ist es, hörbeeinträchtigten Menschen dabei zu helfen, die Welt der Töne zu verstehen und sie wieder aktiv daran teilhaben zu lassen. Handwerkliches Geschick, ein Interesse an technischen Innovationen sowie an medizinischen und physikalischen Themen sind außerdem in diesem Handwerksberuf gefragt. „Der Beruf des Hörakustikers ist außerordentlich vielseitig und zukunftssicher, es herrscht Vollbeschäftigung mit langfristigen Perspektiven“, sagt Marianne Frickel, Präsidentin der Bundesinnung der Hörakustiker (biha) und selbst Hörakustiker-Meisterin. „Hörakustiker sind die Schnittstelle zwischen dem Menschen und der Hörsystem-Technik, die sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt hat.“ Abitur ist keine Voraussetzung, mittlerweile aber hat es jeder zweite Hörakustik-Auszubildende. Zudem ist die Ausbildung eine beliebte Alternative zu medizinischen Studiengängen.

Die duale Ausbildung in der Hörakustik ist international Vorbild. Sie wird von den Auszubildenden abwechselnd im Ausbildungsbetrieb vor Ort und an der Akademie für Hörakustik (afh) und der Landesberufsschule für Hörakustikerinnen und Hörakustiker (LBS) in Lübeck absolviert. Nach drei Jahren steht die Gesellenprüfung an. Die jungen Hörakustiker haben häufig schon zu diesem Zeitpunkt einen festen Arbeitsvertrag in der Tasche. Oft werden sie von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen.

Es besteht für die Gesellen und Gesellinnen die Möglichkeit, sich durch Zusatzausbildungen – zum Pädakustiker, Audiotherapeuten, Implant-Spezialisten oder für die Tinnitus-Therapie – weiterzuqualifizieren. Zudem können sie die Meisterprüfung machen, einen eigenen Betrieb eröffnen und selbst Ausbilder werden oder sich für den Bachelorstudiengang „Hörakustik“ oder darauf folgend in den Masterstudiengang „Hörakustik“ in Lübeck einschreiben. Die Hörakustik ist keine Einbahnstraße. Im Gegenteil: Sie eröffnet allen Schulabgängern alle Chancen.

Video: Warum Hörakustiker? Maximilian Schwab ist Hörakustik-Meister aus Heilbronn und biha-Delegierter. Sein Unternehmen bildet selbst Jahr für Jahr junge Menschen zum Hörakustiker aus. http://www.biha.de/pages/filme/warum-hoerakustiker.php (Länge: 2:15 min)

Hintergrund zum Hörakustiker-Handwerk

In Deutschland gibt es etwa 5,4 Millionen Menschen mit einer indizierten Schwerhörigkeit. Tendenz steigend. Schwerhörigkeit zählt zu den zehn häufigsten gesundheitlichen Problemen. Mit 6.400 Hörakustiker-Betrieben und ca. 15.000 Hörakustikern versorgt das Hörakustiker-Handwerk ca. 3,5 Millionen Menschen in Deutschland mit qualitativ hochwertigen, volldigitalen Hörsystemen. Die Bundesinnung der Hörakustiker (biha) KdöR vertritt die Interessen der Hörakustiker in Deutschland.

Neben der Erstversorgung des Kunden ist der Hörakustiker auch für die begleitende Feinanpassung mit wiederholten Überprüfungen und Nachstellungen der Hörsystemfunktionen zuständig. Daneben organisiert er – wenn der gesetzliche Anspruch besteht – die Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenversicherungen und steht für Wartung und Reparaturen der Hörsysteme bis zu einem gewissen Grad zur Verfügung.

Darüber hinaus berät er zu Gehörschutz und speziellem technischem Zubehör. Der Hörakustiker verfügt über theoretisches Wissen aus der Akustik, Audiologie, Psychologie und Hörsystemtechnik und über praktische Fertigkeiten zur Audiometrie.

Quellenangaben

Bildquelle:obs/Bundesinnung der Hörakustiker KdöR/biha Fotograf Olaf Malzahn
Textquelle:Bundesinnung der Hörakustiker KdöR, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/70547/3906445
Newsroom:Bundesinnung der Hörakustiker KdöR
Pressekontakt:Dr. Juliane Schwoch (biha)

schwoch@biha.de

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