zur Deutschen Bank

9. April 2018
zur Deutschen Bank

Bielefeld (ots) – Das ist bei der Deutschen Bank nicht anders als bei den Profi-Fußballern oder einem mittelständischen Industriebetrieb: Die Wahl eines neuen Chefs oder Trainers ist immer ein Signal. Die Ernennung von Christian Sewing zum Nachfolger von John Cryan an der Spitze der Deutschen Bank setzt nicht nur ein, sondern sogleich viele Zeichen.

Was aber sind das für Signale? Zunächst fällt auf: Sewing ist für den Posten relativ jung. Mit noch nicht einmal 48 Jahren – in wenigen Tagen hat er Geburtstag – ist er sogar gut ein Jahr jünger als sein Vorvorgänger Anshu Jain. Sewing eilt der Ruf voraus, entscheidungsfreudig und durchsetzungsfähig zu sein. Einen solchen Mann braucht die Deutsche Bank. Cryan wurde nachgesagt, er habe zwar die richtige Strategie; aber er setze sie zu wenig um. Dass der neue Chef Deutscher ist, ist in Zeiten globalisierter Finanzmärkte kein Muss. Aber nach den Erfahrungen mit dem Schweizer Josef Ackermann, dem Anglo-Inder Anju Jain und dem Briten John Cryan ist die Sehnsucht nach Bodenständigkeit groß. Dazu gehört, dass keine Boni fließen, wenn die Zahlen nicht stimmen und Jobs abgebaut werden.

Dieser Chef ist aber nicht nur Deutscher, sondern auch noch Ostwestfale. In Bünde im Kreis Herford geboren und aufgewachsen, absolvierte er in Bielefeld seine Banklehre und einen Teil seines Studiums. Sewing kennt also die zumindest früher typische Kundschaft: den vermögenden Familienunternehmer, der sein hart erarbeitetes Geld gut anlegen, aber nicht verzocken will. Genau wie die OWL-Wirtschaft ist dieser Deutsche-Bank-Chef global unterwegs – seine Stationen heißen Frankfurt, Singapur, Toronto, Tokio und London.

Wichtig ist auch, was Sewing nicht ist: Investmentbanker. Er kennt die Materie von der Controllingseite. So dürfte es ihm leichter fallen, Einschnitte durchzusetzen. Sie sind notwendig. Die Zeit, in der das Investmentbanking Riesengewinne eingebracht hat, ist vorbei. Beim Sparkurs soll das Privat- und Firmenkundengeschäft nicht ausgenommen werden. Das dies nicht ungefährlich ist, weiß Sewing, der bisher unter anderem für die Integration der Postbank verantwortlich war. Hier vergrault man leicht gute Kunden. Nachteilig könnte sich auswirken, dass mit der Hauptversammlung der Bank in wenigen Wochen die letzten Vertreter der deutschen Industrie, Henning Kagermann (SAP) und Johannes Theyssen (Eon), aus dem Aufsichtsrat ausscheiden werden. Der enge Draht zum produzierenden Gewerbe gehört ebenso zur DNA der Deutschen Bank wie die Betreuung gut situierter Privatkunden.

Der letzte Ostwestfale an der Spitze des Geldinstituts, der Paderborner Friedrich Wilhelm Christians, gab den Vorstandsvorsitz vor 30 Jahren noch altersbedingt ab. Der Deutschen Bank ist zu wünschen, dass in ihre Führungsetage wieder mehr Kontinuität einzieht.

Quellenangaben

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Quelle:https://www.presseportal.de/pm/66306/3912041
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