Volkswagen

10. April 2018
Volkswagen

Bielefeld (ots) – So sehr der sich abzeichnende Wechsel an der Spitze des VW-Konzerns auf den ersten Blick ein Paukenschlag ist, so wenig überraschend kommt er bei genauem Hinsehen. Matthias Müller hat den Job als Vorstandschef des weltweit größten Autobauers auf dem Höhepunkt des Dieselskandals nur widerwillig übernommen. Am liebsten hätte er den vergleichsweise komfortablen Posten als Porsche-Chef behalten. Daraus hat er im September 2015 kaum einen Hehl gemacht. So ließ der heute 64-Jährige auch damals schon erkennen, dass er nur für eine Amtszeit zur Verfügung steht. Die endet eigentlich erst 2020. Aber dass Müller nicht an seinem Stuhl klebt, hat er zuletzt vor drei Wochen angedeutet. Da orakelte er bereits, dass der Vorstand des Konzerns »weiblicher, jünger und internationaler« werden müsse. Und bei der Bestimmung seines Nachfolgers wolle er ein gewichtiges Wort mitreden, sinnierte Müller im Gespräch mit dem »Spiegel«. Und der nun als sein Nachfolger gehandelte VW-Markenchef Herbert Diess sei mit 59 »natürlich nicht alt«. Einen Sitz im Aufsichtsrat könne er sich gut vorstellen, ließ Müller noch wissen. Das alles klingt – nach der Mitteilung des Autobauers von gestern – nach einer von längerer Hand geplanten Wolfsburger Lösung. Von den Eignerfamilien Piëch und Porsche eingesetzt, um VW nach dem Dieselskandal wieder auf Spur zu bringen und Vertrauen zurückzugewinnen, gab Müller mehr als einmal keine gute Figur ab. Immer wieder trat der Manager in Fettnäpfchen – gleich nach Amtsantritt in den USA mit einem verunglückten Interview. Immer wieder ließ er die angesichts Millionen betrogener Kunden angebrachte Demut vermissen. Und immer wieder stieß er den betroffenen Dieselbesitzern direkt vor den Kopf – etwa indem er die Abschaffung des Diesel-Steuerprivilegs für eine stärkere Förderung der Elektromobilität befürwortete. Wer einen empathischen VW-Chef erwartet hatte, der das angekratzte Image des Konzerns mit einer Charmeoffensive aufpoliert, sah sich schnell getäuscht. Stattdessen erregte sich Müller gerne auch über Kritik an zweistelligen Millionengehältern für deutsche Top-Manager wie ihn. Seine unverblümte und direkte Art hat der machtbewusste und Klartext liebende Müller auch als Konzernchef nie ablegen können – oder wollen. Was die Zahlen angeht, kann sich Müllers Bilanz als Krisenmanager mehr als sehen lassen: Der VW-Konzern überholte Toyota wieder als absatzstärkster Autobauer, 2017 fuhr er Bestwerte bei Umsatz und Gewinn ein. Dabei half natürlich auch die boomende Autokonjunktur. In einer Branchenkrise hätte der Dieselskandal ganz andere Folgen haben können. Und aus der Welt ist die Abgasaffäre noch lange nicht.

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