Trump zündelt gefährlich

11. April 2018
Trump zündelt gefährlich

Regensburg (ots) – Der US-Präsident betreibt Außenpolitik aus dem Bauch heraus. Er riskiert mit einem Militärschlag in Syrien eine Eskalation des Konflikts, ohne ein klares Ziel vor Augen zu haben.

Die martialischen Töne seiner morgendlichen Gewaltankündigung via Twitter können die Planlosigkeit Trumps in Syrien nicht kaschieren. Tatsächlich heben sie die Sprunghaftigkeit hervor, mit der der „Amerika-Zuerst“-Präsident auf internationaler Bühne agiert. Derselbe Mann, der vergangenen Donnerstag noch den „sofortigen“ Rückzug der US-Truppen aus Syrien ankündigte und die 200 Millionen Dollar für die Stabilisierung der vom „Islamischen Staat“ befreiten Gebiet strich, droht nun damit, Bashar al-Assad eine Lektion zu erteilen. Der Präsident denkt, er demonstriere Stärke, wenn er seinen Gegner „ein Tier“ nennt und Russland rät, sich auf „schöne und neue und intelligente“ Raketen auf Syrien einzustellen. Dabei bedarf internationales Krisenmanagement mehr als ein paar markiger Sprüche auf Twitter. Doch von einer solchen Strategie ist weit und breit nichts zu sehen. Die „Washington Post“ hält zurecht fest, dass es mit ein paar Raketen nicht getan sein wird. Ohne eine Idee, was danach in Syrien passieren soll, macht ein Militärschlag wenig Sinn. Im Gegenteil könnte Trump damit die Lunte an einem Pulverfass zünden, das die ganze Region in Flammen aufgehen lässt. Denn Syrien ist die Schnittstelle, an der alle Konflikte des Mittleren Ostens zusammenlaufen. Inklusive einer möglichen Konfrontation mit Russland, das sich als Schutzmacht Assads versteht. In dem über sieben Jahre von einem Bürgerkrieg zerrissenen Land ringen die Hegemonial-Mächte Türkei, Iran und Saudi Arabien um Einfluss. Es stehen sich alle möglichen Suni- und Schia-Extremisten gegenüber. Und Israel wacht mit Argusaugen über seine eigene Sicherheit. Auch Trumps Vorgänger im Präsidentenamt, Barack Obama, hat sich nicht mit Ruhm bekleckert, als er nach dem ersten Chemiewaffen-Einsatz Assads auf einen Militärschlag verzichtete, und sich mit der – wie sich inzwischen herausstellt – nicht vollständigen Zerstörung der Giftgasbestände zufriedengab. Immerhin hatte Obama eine von Erfolg gekrönte Strategie im Visier, den „Islamischen Staat“ und die von dort ausgehende terroristische Bedrohung systematisch zu zerstören. Sich darüber hinaus an der Maxime zu orientieren, „keine dummen Sachen zu machen“, war im Vergleich zu der gegenwärtigen Hauruck-Politik via Kurznachrichtendienst Twitter ein ziemlich weiser Kurs. Große Glaubwürdigkeit genießt Trump ohnehin nicht, nachdem sich der erste Vergeltungsschlag für den Einsatz von Chemiewaffen durch Assad vor einem Jahr im Nachhinein als Farce herausstellte. Wenige Stunden nach der von Kritikern als „Operation Schlagloch“ verspotteten Aktion hoben schon wieder Flugzeuge von der bombardierten syrischen Luftwaffenbasis ab. Assad hat das weder gemäßigt noch zum Einlenken bewegt. Im Gegenteil verstärkte dieser mit russischer Hilfe seine Offensive gegen seine Widersacher und kontrolliert nun wieder weite Teile des Landes. Der Diktator sitzt heute seit Beginn des Bürgerkriegs fester denn je im Sattel. Das ist das Ergebnis, wenn der Präsident der Supermacht USA keine klare Strategie verfolgt und reine Symbolpolitik betreibt. Wenn auch diesmal ein paar „Tomahawks“ alles sind, was Trump zu bieten hat, sollte er sie besser im Köcher behalten. Zumal er Assad unnötigerweise schon verraten hat, was er wirklich will: Die US-Truppen so schnell wie möglich aus Syrien abziehen. Dass Trump mit dem Militärschlag am Ende vielleicht ohne Plan und Strategie in einem eskalierenden Konflikt hineingezogen wird, wäre der tragische Ausgang einer nicht zu Ende gedachten Impulshandlung.

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