Zu Hause ist, wo es Futter gibt

12. April 2018
Zu Hause ist, wo es Futter gibt

Hamburg (ots) – Früher sagten die Bauern: „Erster Mai – erstes Ei!“ Pünktlich mit Beginn des Wonnemonats lagen bei „Familie Rebhuhn“ bis zu 20 Eier im Nest. Trotz der beachtlichen Anzahl an Eiern gab es in den letzten dreißig Jahren kaum Nachwuchs. Der Rebhuhn-Bestand in Deutschland hat seither um fast 95 Prozent abgenommen. „Nur in wenigen Regionen kann man heute noch Rebhühner in der Feldflur beobachten“, sagt Dr. Andreas Kinser von der Deutschen Wildtier Stiftung. Die intensive Landwirtschaft ist Hauptfaktor für den dramatischen Rückgang der Rebhühner: Sie finden kaum noch Verstecke vor ihren Feinden und für eine erfolgreiche Kükenaufzucht im Sommer fehlen vor allem die Insekten.

Im Winter ernähren sich Rebhühner dagegen fast ausschließlich von Blättern – am beliebtesten sind die frischen Spitzen von Raps und Wintergetreide. Trotzdem schätzen sie den Luxus von energiereicher Kost wie Pflanzensamen. Früher halfen ihnen Getreidekörner über den Winter, die nach der Ernte auf den Feldern liegen geblieben sind. Doch diese Stoppelfelder werden inzwischen schon im Herbst umgebrochen und stehen als Nahrungsquelle nicht mehr zur Verfügung. Unter der Leitung der Universität Göttingen wird niedersächsischen Rebhühner noch bis in den Mai regelmäßig ein Eimer Weizen pro Brutpaar zugefüttert. Die Maßnahme ist Teil eines europäischen Rebhuhn-Projektes (North Sea Region-Interreg Projekt PARTRIDGE), durch das in vier internationalen Regionen ein Teil der Feldflur im Sinne des Rebhuhns aufgewertet werden soll.

Der wichtigste Effekt der gezielten Fütterung der Rebhühner ist jedoch nicht die verbesserte Nahrungssituation: „Wir wollen erreichen, dass möglichst wenige Rebhühner nach dem Winter abwandern, sondern in unserem Projektgebiet bleiben“, sagt Biologe Dr. Eckhard Gottschalk von der Abteilung Naturschutzbiologie der Universität Göttingen. „Dort haben wir für die Rebhühner strukturreiche Blühstreifen angelegt und ihre Chancen für eine erfolgreiche Brut und Kükenaufzucht sind deutlich höher als in der umgebenden Landschaft“, so Gottschalk weiter. Diese freiwilligen Artenschutzleistungen werden den Landwirten mit einem finanziellen Ausgleich aus Projektmitteln honoriert. „Um auch jenseits der Projektgebiete das Rebhuhn zu erhalten, fordern wir mehr öffentliche Fördermittel für Landwirte, die Rücksicht auf Wildtiere wie Rebhühner nehmen“, erklärt Kinser. Die Rebhühner in den Untersuchungsgebieten der Uni Göttingen haben schnell gelernt, wo sie ihre Futtereimer finden. Als Dank für das Gratismahl hinterlassen die Hühnervögel noch ein Selfie in der Wildkamera, mit der alle Aktivitäten an den Futterstellen dokumentiert werden.

Infobox

Das internationale Projekt PARTRIDGE soll demonstrieren, dass es möglich ist, die Biodiversität in der Agrarlandschaft um 30% zu erhöhen. Der Gradmesser für den Erfolg des Projektes ist die Entwicklung der Rebhuhnpopulation. In den untersuchten Landschaften werden dafür jeweils etwa sieben Prozent der Flächen im Sinne der Wildtiere aufgewertet.

Neben dem „Game and Wildlife Conservation Trust“ als Projektträger des Dach-Projektes und den Demonstrationsregionen in England und Schottland beteiligen sich Institutionen aus Belgien, den Niederlanden und Deutschland an dem Projekt. PARTRIDGE wird über das EU-Interreg Nordseeprogramm gefördert. In Deutschland wird die Abteilung Naturschutzbiologie der Georg-August-Universität Göttingen von der Deutschen Wildtier Stiftung und dem Deutschen Jagdverband unterstützt.

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