Viele Deals aber weniger Umsatz auf dem deutschen Retail-Investmentmarkt

13. April 2018
Viele Deals aber weniger Umsatz auf dem deutschen Retail-Investmentmarkt

Frankfurt/Main (ots) – Auf den ersten Blick bleibt der Retail-Investmentmarkt mit einem Transaktionsvolumen von rund 1,76 Mrd. EUR deutlich hinter dem sehr guten Vorjahresergebnis (-40 %) sowie dem zehnjährigen Durchschnitt (-24 %) zurück. Dies ergibt die Analyse von BNP Paribas Real Estate.

„Betrachtet man jedoch ausschließlich den Umsatz, den Einzelverkäufe generierten, ergibt sich ein etwas anderes Bild: Mit rund 1,58 Mrd. EUR, entsprechend 90 % des Gesamtvolumens, erreichen Singledeals eine überdurchschnittliche Bilanz, zu der ähnlich viele Verkäufe wie im Vorjahreszeitraum beigetragen haben“, sagt Christoph Scharf, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Head of Retail Services. Im Umkehrschluss ist weniger ein Rückgang der Nachfrage, als vielmehr ein sehr geringer Umsatz im Portfoliosegment ursächlich für den insgesamt moderaten Jahresauftakt. Im Zuge der bisher fehlenden großvolumigen Paketverkäufe und dem hohen Umsatzanteil kleiner und mittlerer Transaktionen im Segment bis 50 Mio. EUR (66 %), fällt auch das durchschnittliche Volumen pro Deal mit 18 Mio. EUR wesentlich niedriger aus als zu Jahresbeginn 2017 (29 Mio. EUR).

Hamburg mit außergewöhnlichem Volumen vorne

Die regionale Verteilung des bundesweiten Investitionsvolumens von Einzelhandelsobjekten ist zu etwas mehr als einem Viertel auf die Big Six und demzufolge zu knapp drei Vierteln auf Standorte außerhalb der großen Metropolen aufgesplittet. Damit ist der Umsatz der Top-Städte, der sich auf 460 Mio. EUR beläuft, zwar gesunken (-19 %), ihr Anteil am Gesamtergebnis hat sich jedoch um 7 Prozentpunkte erhöht. Bezogen auf die einzelnen Städte kristallisiert sich insbesondere Hamburg durch größere Verkäufe als Gewinner heraus. Hier wurde mit 223 Mio. EUR in den ersten drei Monaten soviel wie noch nie in Retail-Assets investiert. In der Konsequenz muss sich München mit dem Silberrang begnügen: Mit 90 Mio. EUR fiel das Resultat in der bayerischen Landeshauptstadt, die im Vorjahreszeitraum von einigen Deals im mittleren Segment profitierte, um 56 % geringer aus. Auf ein Ergebnis von über 50 Mio. EUR kommt darüber hinaus noch Berlin (53 Mio. EUR), während sich die weiteren großen Shoppingmetropolen Köln (46 Mio. EUR), Frankfurt (36 Mio. EUR) und Düsseldorf (12 Mio. EUR) unterhalb dieser Marke einordnen.

Nachdem im ersten Quartal 2017 innerstädtische Geschäftshäuser die Oberhand behielten, schieben sich Fach- und Supermärkte sowie Fachmarktzentren mit gut 41 % wie schon zum Ende der vergangenen Jahre erneut an die Spitze der Retailobjekte. Auf den weiteren Plätzen folgen Shoppingcenter und Geschäftshäuser mit jeweils 23 % gleichauf. Die verbleibenden knapp 13 % steuern Kaufhäuser bei. Hier ist vor allem der Verkauf der Karstadt Arkaden in Mülheim a. d. R. nennenswert.

An Spezialfonds geht kein Weg vorbei

Die dominierende Anlegergruppe in puncto Retail-Investments bleiben die Spezialfonds: Insgesamt gehen gut 28 % des Transaktionsvolumens auf ihr Konto, womit sie sich deutlich vor den anderen Investoren platzieren. Das Führungstrio komplettieren Equity/Real Estate Funds (12 %), nicht zuletzt durch den Kauf der Mülheimer Karstadt Arkaden, vor Immobilien AGs/REITs (10 %), die gemessen an der Anzahl der registrierten Deals die Nase vorn haben. Umfangreicher beteiligt waren zudem Versicherungen mit weiteren gut 8 %. Internationale Anleger steuern mit 28 % im Vergleich zum Gewerbeimmobilienmarkt insgesamt (41 %) sowie dem Vorjahreszeitraum (44 %) einen unterdurchschnittlichen Wert bei. Hierbei zeichneten Investoren aus dem europäischen Ausland für jeden fünften Euro des Umsatzes verantwortlich, nordamerikanische Käufer stellen 8 % des Resultats.

Nach der kontinuierlichen Yield Compression der vorangegangenen Quartale haben sich die Netto-Spitzenrenditen für Einzelhandelsimmobilien zum Jahresauftakt auf dem Niveau des Jahresendes 2017 verfestigt. Über die Big-Six-Standorte betrachtet beläuft sich der Rückgang im Jahresvergleich dennoch auf durchschnittlich rund 41 Basispunkte. Sowohl in Berlin als auch in München, die mit 2,90 % an der Spitze der großen Städte stehen, wurde mittlerweile die 3- %-Marke durchbrochen. Knapp dahinter schließen sich Hamburg mit 3,00 % und dicht auf den Versen Frankfurt mit 3,10 % an. Die nordrhein-westfälischen Metropolen Düsseldorf und Köln notieren jeweils bei 3,20 %.

Auch in den übrigen Marktsegmenten sind die Renditen in den ersten drei Monaten stabil geblieben. Die Netto-Spitzenrendite für Shoppingcenter liegt aktuell wie bereits vor 12 Monaten bei 4,00 %. Den signifikantesten Rückgang verzeichnen Fachmarktzentren, die 40 Basispunkte nachgeben haben, während einzelne Fachmärkte mit 5,40 % (-10 Basispunkte) in der Spitze noch etwas erschwinglicher sind.

Perspektiven

„Der verhaltene Jahresauftakt des Retail-Investmentmarkts ist als Momentaufnahme und weniger als Zeichen für den Rückgang der Nachfrage nach Einzelhandelsobjekten zu bewerten. Indizien hierfür sind nicht zuletzt die Vielzahl der registrierten Transaktionen, das überdurchschnittliche Einzeldealvolumen sowie ein sehr lebhaftes Marktgeschehen in den kleinen und mittleren Größenkategorien. Ein entsprechendes Angebot, insbesondere im Segment über 50 Mio. EUR vorausgesetzt, ist für den weiteren Jahresverlauf davon auszugehen, dass der Markt deutlich an Fahrt aufnimmt“, so Nico Keller, Geschäftsführer der BNP Paribas Real Estate GmbH und Co-Head Investment.

Quellenangaben

Textquelle:BNP Paribas Real Estate, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/50927/3915643
Newsroom:BNP Paribas Real Estate
Pressekontakt:Chantal Schaum
Head of Public Relations

BNP Paribas Real Estate Holding GmbH
Goetheplatz 4 – 60311 Frankfurt am Main
Telefon: +49-(0)69-298 99-948
E-Mail: chantal.schaum@bnpparibas.com

Weitere interessante News

Frühjahrscheck fürs Haus Kürten (ots) - Dieser Winter hatte es in sich. Sturmtief "Fredericke" im Januar, dann frostige Nächte mit Tiefsttemperaturen von bis zu - 30,5 °C im Februar. Nicht nur wir Menschen bekommen die Kraft solcher Witterungseinflüsse zu spüren, unsere Häuser sind diesen Belastungen permanent ausgesetzt. Die Folgen zeigen sich als verrutschte Dachziegel, Risse in der Fassade, Kondenswasser an Zimmerwänden und Schimmelbefall in Räumen. Deshalb lohnt es sich, jetzt im Frühjahr sein Haus genau zu inspizie...
Statement des VPRT: Innovationskraft und Investitionen der privaten Fernsehsender … Berlin (ots) - - Privatsender begrüßen differenzierte Debattenbeiträge aus der Produzentenschaft - Klare Absage an Produzentenforderung zu einer Erhöhung der Rundfunkgebühr Die aktuelle Diskussion in der Produzentenallianz um die Bedeutung der privaten Fernsehsender für die Produktionswirtschaft in Deutschland kommentiert Annette Kümmel, Vorsitzende des Fachbereichs Fernsehen und Multimedia im VPRT und Senior Vice President Governmental Relations & Regulatory Affairs ProSiebenSat.1 Media SE,...
Bauhauptgewerbe zieht positive Jahresbilanz 2017: Umsätze steigen um 6 %. Branche … Berlin (ots) - Das deutsche Bauhauptgewerbe schließt das Baujahr 2017 mit einem Umsatzplus von nominal 6,0 % ab (real: + 2,7 %). Damit übertrifft das Jahresergebnis sogar noch die Verbandsprognose zur Jahresauftaktpressekonferenz von plus 5 %. Die Branche erwirtschaftete einen baugewerblichen Umsatz von 114 Mrd. Euro. Dies teilte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) heute in Berlin in der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mit. Die größeren Baubetriebe mit 20 und mehr B...
Die Energieversorger der Zukunft sind wir selbst Idstein (ots) - Im Wissenschaftsblog adhibeo sagt Prof. Dr. Jens Strüker, Dekan des Studiengangs Digitales Energiemanagement an der Hochschule Fresenius, dass wir umdenken müssen: Mit unserem aktuellen Energiesystem werden wir nicht in der Lage sein, künftig die Versorgung ökonomisch und ökologisch sinnvoll sicherzustellen. Ein unvermeidlicher Schritt ist die aktive Einbindung von energieverbrauchenden und energieerzeugenden Geräten. Dabei verschwindet zunehmend die klassische Unterteilung zwisc...
Santander Asset Management weiterhin auf Wachstumskurs Frankfurt am Main (ots) - Die deutsche Niederlassung von Santander Asset Management (SAM) hat ihren Wachstumskurs im vergangenen Jahr fortgesetzt: Das verwaltete Vermögen für Privat- und institutionelle Kunden nahm 2017 um rund 300 Millionen Euro auf insgesamt 2,4 Milliarden Euro zu; dies entspricht einem Anstieg von rund 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Schon zum Jahresende 2016 war SAMs verwaltetes Vermögen gegenüber 2015 von 1,8 auf 2,1 Milliarden Euro gestiegen. Ende 2014 hatte es noch knap...
Nennung der nationalen Gewinner aus 34 Ländern bei den European Business Awards, … London (ots/PRNewswire) - Die 289 besten Unternehmen aus 34 Ländern in ganz Europa wurden als "Nationale Gewinner" bei den 2017-18 European Business Awards benannt. Bei den von RSM gesponserten European Business Awards handelt es sich um Europas größten Unternehmenswettbewerb. Die erfolgreichen Unternehmen wurden unter 2898 Unternehmen ausgewählt, die zuvor auf einer Liste, die im Dezember 2018 publiziert wurde, als die "Ones to Watch" identifiziert wurden. Die nationalen Gewinner wurden von ein...
ONE GROUP zahlt 75-Millionen-Fonds an Anleger zurück Hamburg (ots) - Mit der Rückzahlung des ProReal Deutschland Fonds 3 zum 31.03.2018 haben die Hamburger ONE GROUP und ihre Münchner Konzernmutter ISARIA Wohnbau AG nunmehr den dritten Fonds aus der gleichnamigen Kurzläuferserie an die rund 3.000 Anleger zurückgeführt. Mit 75 Millionen Euro ist er der bislang größte Fonds der ONE GROUP. Sämtliche Quartalsauszahlungen summieren sich auf gut 22 Millionen Euro und erfolgten, wie auch die Schlusszahlung von 105 % per 31.03.2018, prospektkonform. Insge...
TÜV SÜD wächst weiter: Umsatz steigt auf über 2,4 Milliarden Euro München (ots) - - Zukunftsinvestitionen: 123 Mio. Euro für Prüfinfrastruktur und Digitalisierung - Neue Bestmarken: 2,427 Mrd. Euro Umsatz und 216,7 Mio. Euro Ergebnis (bereinigtes EBIT) - Wachstumsmärkte: Digitalisierung - Cyber Security - Autonomes Fahren Die Menschen vor nachteiligen Auswirkungen der Technik zu schützen - das ist der Auftrag von TÜV SÜD seit 1866. Der internationale Dienstleistungskonzern erreichte 2017 neue Bestmarken bei Umsatz und Gewinn. Der Umsatz stieg im Vergleich zum ...
Wirecard und Crédit Agricole Payment Services unterzeichnen Partnerschaftsvertrag für … Aschheim (München)/Paris (ots) - Crédit Agricole Payment Services (CAPS), eine Tochtergesellschaft von Crédit Agricole, und Wirecard, eines der führenden Unternehmen im Bereich der digitalen Finanztechnologie, haben einen umfassenden Vertrag unterzeichnet, um ihre digitale Partnerschaft der nächsten Generation im Zahlungsverkehr zu starten. Nach der Aufnahme der ersten Verhandlungen im Dezember 2017 definieren die Parteien nun die nächsten Schritte zu modernen Multichannel-Lösungen. CAPS und Wir...
Corporate-Banking-Index von Bain München (ots) - Kreditvolumen im Firmenkundengeschäft wächst in Deutschland im ersten Halbjahr 2017 auf knapp 1,1 Billionen Euro - Sparkassen und Genossenschaftsbanken gewinnen, Landesbanken verlieren - Kreditmarge sinkt mit 1,3 Prozent auf Wert nahe Zehnjahrestief - Erträge und Gewinne gehen im Vergleich zum Vorjahr insgesamt leicht zurück - Eigenkapitalrentabilität halbiert sich binnen fünf Jahren auf 12 Prozent Die Konjunktur brummt, die Unternehmen investieren, doch das Firmenkundengeschäft ...

Über Presseportal.de

presseportal.de - Die große Online-Datenbank für Presseinformationen in Text, Bild, Audio und Video. Pressemitteilungen und Pressematerial zu sehr vielen verschiedenen Themen. Ein Service von news aktuell aus der dpa-Firmengruppe.

© Copyright 2017. IT Journal.