Europa will jetzt auch auf den Mond

25. Januar 2019
Europa will jetzt auch auf den Mond

Alle Welt fliegt zum Mond und Europa will nicht länger als Außenseiter daneben stehen. Vor 50 Jahren sind die Amerikaner als erste auf dem Mond gelandet, die Chinesen haben die dunkle Seite des Erdtrabanten erobert und Europa durfte beide Male nur zusehen. Damit soll jetzt Schluss sein, ein internationales Wettrennen ist bereits gestartet und die Europäer sind endlich mit dabei. Europa startet aber nicht nur aus Prestigegründen in Richtung Mond, es geht vielmehr um ein Mineral, aus dem sich vielleicht Wasser gewinnen lässt.

Zu den Ersten gehören

Als Neil Armstrong am 20. Juni 1969 als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond setzte, begann ein neues Zeitalter. Mit dem Mondbesuch stand fest, die Amerikaner haben die ewige Goldmedaille gewonnen, denn keine andere Nation hat so viele Menschen rund um und auf den Erdtrabanten geschickt. Die ersten drei Spitzenplätze rund um das Thema Mond sind vergeben. Die USA, Russland und jetzt auch noch China, das erfolgreich einen Roboter auf der dunklen Mondseite abgesetzt hat. Diese Mondlandung fand besonders viel Beachtung, da zum ersten Mal eine Landung auf der erdabgewandten Seite des Mondes gelungen ist. Jetzt geht es aber um den undankbaren vierten Platz und es ist sehr spannend, wer das Rennen machen wird.

Aufbruch zum Mond

In den kommenden Wochen startet neben Indien auch Israel eine unbemannte Sonde in Richtung Mond. Weil Starttermine immer wieder verschoben wurden, ist es völlig unklar, wem als Nächstes eine Landung auf dem Mond gelingen wird. Experten schätzen aber, dass die indische Sonde „Chandrayaan-2“ noch vor der Sonde aus Israel, die den Namen „Bereshit“ trägt, auf dem Mond landet. Damit sind die Plätze vier und fünf vergeben und Europa ist immer noch nicht dabei. Alles, was die Europäische Weltraumorganisation ESA bis jetzt getan hat, ist einen Vertrag mit der „ArianeGroup“ zu unterzeichnen. Jetzt besteht angeblich die Möglichkeit, zu prüfen, ob vielleicht eine Landung auf dem Mond für das Jahr 2025 realistisch ist. Im Mittelpunkt dieser möglichen Mission steht ein besonders Metall, das sich Regolith nennt.

Ein Wundermetall?

Ist Regolith ein Wundermetall? Auf jeden Fall, wenn es nach der ESA geht. Die Europäische Weltraumorganisation hofft, dass es möglich ist, aus diesem Metall Wasser und Sauerstoff zu gewinnen. Das wäre die Basis für eine langfristig besetzte Mondstation, wie sie der ESA vorschwebt. Außerdem möchte die ESA erforschen, ob es auf dem Mond vielleicht Materialien gibt, aus denen sich Treibstoff für Raketen machen lässt. Damit wiederum könnten die Raketen versorgt werden, die vom Mond aus zum Mars fliegen. Vor zehn Jahren gab es schon einmal einen Plan für eine Mondsonde aus Deutschland, aber das Projekt scheiterte letztendlich an den viel zu hohen Kosten.

Hätte Deutschland den Plan mit der Mondsonde in die Tat umgesetzt, dann stünde die Bundesrepublik jetzt auf dem dritten Platz der Staaten, die den Mond erobert haben. Der Gedanke, dass Deutschland noch einmal in diese Richtung durchstartet, ist eher illusorisch. Man hält sich hier lieber an die EU und an die ESA, die ab 2025 den Mond für Europa erobern wollen. Wer weiß, vielleicht schaffen es die Europäer doch noch, die Chinesen und alle anderen Nationen aus dem Rennen zu werfen.

Bild: @ depositphotos.com / Iurii

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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