Was passiert, wenn der Facebook-Account gelöscht wird?

6. Februar 2019
Was passiert, wenn der Facebook-Account gelöscht wird?

Seit es die sozialen Netzwerke wie Facebook gibt, hat sich nicht nur die Art der Kommunikation, sondern auch der Alltag völlig verändert. So dramatisch wie das Internet hat noch kein anderes Medium das Denken der Menschen beeinflusst, aber ist es noch ein eigenständiges Denken? Was passiert mit denjenigen, die ihren Account bei Facebook einfach löschen? Amerikanische Wissenschaftler haben sich in Form einer Studie mit diesem Thema auseinandergesetzt. Die Ergebnisse dieser Studie sind sehr überraschend.

Immer schneller

Das Internet mit all seine Facetten hat die Welt schneller gemacht. Wer früher aus den Ferien einen Gruß nach Hause schicken wollte, schrieb eine bunte Postkarte, klebte eine Briefmarke darauf und schickte die Karte mit der Post. Es dauerte einige Tage, bis die Karte beim Adressaten angekommen ist. Heute kommt die Post per WhatsApp und neben einem Gruß aus dem Urlaub, sind auch gleich ein paar tolle Fotos im Anhang. Wer möchte, kann seinen Strandurlaub auch als Livestream nach Hause senden und die Familie am Ferienglück teilhaben lassen. Facebook nutzen weltweit 2,3 Milliarden Menschen, also knapp ein Drittel der Menschheit. 50 Minuten verbringt der durchschnittliche Nutzer jeden Tag entweder auf Facebook oder auf Instagram, einer Plattform, die ebenfalls zu Facebook gehört. Alleine in Deutschland sind jeden Tag 21 Millionen User bei Facebook zu finden, 30 Millionen sind es in einem Monat.

Einfach mal verzichten

Soziale Medien wie Facebook machen einsam, süchtig und auch depressiv. Wer sich über die sozialen Netzwerke informiert, ist falsch informiert und die Unternehmen wie Facebook wollen nur die Daten ihrer Nutzer haben. Trotz all dieser negativen Aspekte sind nur wenige Nutzer bereit, auf Facebook oder Instagram zu verzichten. Eine britische Studie hat herausgefunden, dass der durchschnittliche Nutzer für 1200 US-Dollar bereit ist, für ein Jahr auf Facebook zu verzichten. Eine Studie der Universität Wien wollte es genauer wissen und verlangte von den 1000 Studienteilnehmern für sieben Tage auf Facebook und WhatsApp zu verzichten. SMS und Mails durften die Probanden aber verschicken. 152 erklärten sich bereit, abstinent zu leben, 90 schafften es jedoch nicht, die eine Woche durchzuhalten.

Facebook ist verzichtbar

Die Mehrzahl der Studienteilnehmer gab Facebook als Quelle an, um sich über das Tagesgeschehen zu informieren. Ohne das größte soziale Netzwerk kam jedoch keiner der Studienteilnehmer auf die Idee, sich durch eine Tageszeitung zu informieren. Auffallend ist aber, dass die Probanden die freie Zeit nutzten, um sich mit Freunden zu treffen, etwas mit der Familie zu unternehmen oder fernzusehen. Die Teilnehmer an der Studie kamen erstaunlicherweise nicht auf den Gedanken, andere digitale Plattformen wie Snapchat oder Twitter zu nutzen. Das war eine große Überraschung.

Nach der Studie gaben nur wenige Probanden an, auf Facebook mehr oder weniger verzichten zu wollen. Nach einer Woche waren zehn Prozent der Studienteilnehmer immer noch nicht wieder auf Facebook aktiv, nach zwei Monaten verzichteten immerhin noch fünf Prozent. Der Rest ist Facebook erneut verfallen und bis heute hat sich an ihrem Verhalten nichts geändert. Ob Facebook die Zahl seiner Nutzer noch weiter steigern kann, ist nach Ansicht der Wissenschaftler fraglich. Eine neue Generation wächst heran und diese Generation geht kritischer mit dem Thema soziale Netzwerke um.

Bild: @ depositphotos.com / Mactrunk

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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