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Schnelles Internet für jeden – wird dieses Versprechen gehalten?

Schnelles Internet für jeden – wird dieses Versprechen gehalten?

Die Bundesregierung hat jetzt ein Recht auf schnelles beschlossen. Dies hört sich sehr gut an, aber wie sieht es in der Realität aus? Viele träumen von Gbit-Geschwindigkeiten, aber wer dann einen Blick auf die realen Werte wirft, wird ganz schnell wieder auf dem harten Boden der Digitalisierung in Deutschland landen. Vielleicht handelt es sich aber auch nur um ein Missverständnis.

Was wird tatsächlich geplant?

Gibt es in Deutschland überhaupt ein Recht auf schnelles Internet? Nein, und es ist auch kein solches Recht geplant. Um es genau zu sagen: Aktuell geht es nicht um Glasfaser oder Gigabit, sondern lediglich um eine sogenannte Telekommunikations-Mindestversorgung. Dies ist ein schweres und umständliches Wort und da Abkürzungen im Trend sind, heißt es kurz TKMV. Diese TKMV soll dafür sorgen, dass ein Recht auf Grundversorgung mit den Dienstleistern rund um die Telekommunikation auch in der Praxis umgesetzt wird. Dazu gibt es noch ein passendes novelliertes Gesetz, und zwar seit dem 1. Dezember 2021. Das Ganze ist im Grunde eine gute Sache, leider geht Deutschland aber nicht voran, umgesetzt werden lediglich die europäischen Vorgaben.

Schnelles Internet? Das Gegenteil ist der Fall

Streng genommen ist es so, dass in Deutschland jeder Bürger ein Recht auf Internet hat, allerdings auf ein langsames. Das Kabinett hat sich nicht auf ein schnelles Internet, sondern auf folgende Punkte geeinigt:

  • 1,7 Mbit in der Sekunde im
  • Zehn Mbit in der Sekunde im
  • Eine Latenz von 150 ms

Die schnellsten Internet-Anschlüsse, die in Deutschland momentan zur Verfügung stehen, bringen es auf 1000 Mbit in der Sekunde im Download. Vielleicht wäre von 0 auf 1000 etwas zu ambitioniert, vorgeschlagen wurden immerhin 30 Mbit in der Sekunde, 50 wären besser gewesen. Eigentlich war es das Ziel der EU, seinen Bürgern bis zum Jahr 2020 30 Mbit bieten zu können. Die Regierung ist damit sehr deutlich unter den bestehenden Möglichkeiten geblieben.

Nicht jeder hat Internet

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr feiert trotzdem den Erfolg, dass jeder Mensch in Deutschland digital versorgt ist. Dies stimmt so nicht, denn selbst 2022 gibt es immer noch Regionen in diesem Land, die ohne Internet auskommen müssen. Für die Bürger in diesen Regionen wären bereits zehn Mbit in der Sekunde ein großer Fortschritt, sie würden sich wahrscheinlich auch über noch mehr freuen. Warum setzt Deutschland auf die bestehenden Zahlen? Sie sind das Ergebnis eines Gutachtens, was von der Bundesnetzagentur stammt. Dort wurde richtig gearbeitet und genau gemessen, was für die grundlegenden Aktivitäten im Bereich des Internets tatsächlich gebraucht wird. Dazu kamen die Ergebnisse einer Befragung, die besagt, dass mindestens 80 Prozent der Bürger die Mindestbandbreite nutzen.

Fazit zu Schnellem Internet

Was die Geschwindigkeit des Internets angeht, läuft Deutschland weiter hinterher. Viele haben den Eindruck, dass sich das Land im Jahr 1995 befindet, wo die Menschen einen hatten, der hin und wieder mal ging. Heute sind sehr viele Bürger ständig online und das mit einer Vielzahl von Geräten. So etwas gilt insbesondere für Haushalte, in denen mehrere Menschen leben, wie es in Familien oder Wohngemeinschaften der Fall ist. Wenn die Bundesnetzagentur betont, dass kein europäisches Land über zehn Mbit gegangen ist, sollte dies ein Ansporn für Deutschland sein.

Bild: @ depositphotos.com / AndreyPopov

Ulrike Dietz