Das Internet in Deutschland ist zu lahm

Das Internet in Deutschland ist zu lahm

Die Opposition im Bundestag kritisiert, dass sowohl der Bundesrat als auch die Ampel-Koalition das „Recht auf schnelles “ für die Bürger zu einer unsinnigen und widersinnigen Sache gemacht haben. Erleichtert sind hingegen die . Aus der Opposition hagelt es massenhaft Proteste an der Verordnung der Regierung über die Mindestanforderungen für das Recht auf eine Versorgung mit den Telekommunikationsdiensten, kurz TKMV, für die der Bundesrat jetzt den Weg freigemacht hat.

Eine schlechte Variante

Das „lahme“ Internet für alle kommt aber in einer Variante, wie sie schlechter kaum sein kann, so beschreibt es Anke Domscheit-Berg, die digitalpolitische Sprecherin der Fraktion „Die Linke“ im Bundestag. Was die Länder und der Bund da beschlossen haben, sei nicht nur peinlich, sondern nach zwei Jahren Pandemie auch nicht mehr zu akzeptieren. Mit der Zustimmung des Digitalausschusses des Bundestages sowie der Länderkammer hat die Regierung die sogenannte Internet-Grundversorgung festgelegt. Demnach beträgt die Bandbreite zehn Mbit/s im und 1,7 Mbit/s im und das bei einer Latenz von maximal 150 Millisekunden. Der Universaldienst wurde erweitert, ist aber nach Ansicht der Opposition gerade einmal für einen Single-Haushalt gedacht.

Nicht für Familien

Nicht nur „Die Linke“ kritisiert, dass besonders die Familien bei der Planung einfach vergessen wurden. Bei diesen Mindestraten ist an parallel verlaufende Videokonferenzen, wie sie für Schule und Beruf gebraucht werden, überhaupt nicht zu denken. Dieses so lahme Internet, so die Sprecherin der Linken, wird keineswegs kurzfristig zu den Offlinern kommen. Von einer Beschwerde bei der Bundesnetzagentur, kurz BNetzA, bis hin zur Bereitstellung der Mindestinternetbreite sind laut Zeitplan 14 Monate vorgesehen. Wahrscheinlich wird es aber deutlich länger dauern, da allein für die Bearbeitung der mindestens 300.000 Haushalte, die jetzt einen Anspruch haben, von der BNetzA keine zusätzlichen Mitarbeiter vorgesehen sind. Eine offene Frage ist zudem, ob das Mindestinternet überhaupt bezahlbar sein wird.

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Was sagt die Bundesregierung?

In einer sogenannten Protokollerklärung sicherte die Regierung den Bundesländern zu, dass die Mindestrate ab 2023 für den Download von zehn auf 15 Mbit/s ansteigen wird. Digitalminister Volker Wissing (FDP) sprach von einem reinem „Sicherheitsnetz“, damit für die Bürger eine „angemessene soziale und wirtschaftliche Teilhabe“ gewährleistet werden kann. Er begrüße die Einigung im Bundesrat, die sich auf mehrere Gutachten zum Thema Mindestversorgung stützt, erklärte der Minister gegenüber dem Branchenverband VATM. Das erklärte Ziel sei es, so Wissing, die besonders schlecht versorgten Haushalte in nicht mit ein paar mehr Mbit/s zu versorgen. Vielmehr sei es jetzt wichtig, so schnell wie möglich auf Gigabit aufzurüsten.

Ein Fehler der Großen Koalition?

Liegt der Fehler vielleicht noch bei der ehemaligen Großen Koalition? Sie hatte in der vergangenen Legislaturperiode das „Recht auf schnelles Internet“ beschlossen, aber nur in den Grundzügen. Jetzt wird das Ganze ad absurdum geführt, kritisierte Reinhard Brandl, der Digitalexperte der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag. Die Union habe sich vergeblich bemüht und auch beantragt, die Mindestbandbreiten „maßvoll“ von 20 Mbit/s im Download und 3,4 Mbit/s im Upload anzuheben. Kritik kommt zudem vom IT-Verband Bitkom. Der Verband moniert, dass der Einsatz geostationärer Satellitenkommunikation für die Grundversorgung mit schnellem Internet ausgeschlossen wird. In der Begründung der TKMV gibt es dazu aber eine Sonderregelung.

Bild: © Depositphotos.com / AndreyPopov

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Häufige Fragen

Welche Mindestanforderungen wurden für das Internet in Deutschland festgelegt?

Die Mindestanforderungen sehen eine Downloadgeschwindigkeit von 10 Mbit/s und eine Uploadgeschwindigkeit von 1,7 Mbit/s vor.

Wie lange wird es dauern, bis die Mindestinternetbreite bereitgestellt wird?

Laut Zeitplan sind 14 Monate für die Bereitstellung vorgesehen, wobei Verzögerungen wahrscheinlich sind.

Was sagt die Bundesregierung zur aktuellen Internetversorgung?

Die Bundesregierung plant, die Mindestrate ab 2023 auf 15 Mbit/s zu erhöhen, sieht dies jedoch als Sicherheitsnetz.

Warum wird die Internetversorgung als unzureichend angesehen?

Die festgelegten Bandbreiten sind besonders für Familien unzureichend, da sie parallele Nutzung von Internetdiensten nicht ermöglichen.

Welche Kritik übt die Opposition an der neuen Regelung?

Die Opposition kritisiert, dass die Regelung nicht den Bedürfnissen der Bürger entspricht und als peinlich angesehen wird.

Was ist die Rolle der Bundesnetzagentur in diesem Kontext?

Die Bundesnetzagentur ist verantwortlich für die Bearbeitung der Anträge von Haushalten, die Anspruch auf die Mindestversorgung haben.

Welche Alternativen zur Grundversorgung wurden ausgeschlossen?

Der Einsatz geostationärer Satellitenkommunikation für die Grundversorgung mit schnellem Internet wurde ausgeschlossen.

Wie reagiert die Industrie auf die neuen Internetstandards?

Der IT-Verband Bitkom äußert Bedenken, dass die neuen Standards nicht ausreichen, um eine angemessene Versorgung zu gewährleisten.

Gibt es Pläne für eine Verbesserung der Internetinfrastruktur in Deutschland?

Ja, Digitalminister Volker Wissing betont die Wichtigkeit, schnell auf Gigabit-Technologie aufzurüsten.

Nadine Jäger