Unternehmensgruppe Tengelmann trauert um langjährigen Chef

12. März 2018
Unternehmensgruppe Tengelmann trauert um langjährigen Chef

Mülheim an der Ruhr / Pinedale (ots) – Im Namen der Unternehmerfamilie Haub teilen wir mit, dass Erivan Karl Matthias Haub am 6. März 2018 in Pinedale, WY, USA unerwartet verstorben ist.

Der Patriarch und langjährige Chef des Familienunternehmens Tengelmann mit Sitz in Mülheim an der Ruhr befand sich zum Zeitpunkt seines Todes gemeinsam mit seiner Frau Helga auf seiner Ranch in Wyoming. Dort feierte das Paar ein paar Tage zuvor gemeinsam seine Diamantene Hochzeit.

Von 1969 bis 2000 war Erivan Haub allein geschäftsführender Gesellschafter der Unternehmensgruppe Tengelmann. Während dieser Zeit baute er in der vierten Unternehmergeneration das seinerzeit mittelständische Familienunternehmen zu einem Handelskonzern von internationalem Rang aus. Im Jahr 2000 übertrug er die operative Verantwortung an seine Söhne und übernahm den Vorsitz im Unternehmensbeirat. Mit Vollendung seines 80. Geburtstages zog er sich endgültig ins Privatleben zurück und widmete sich fortan seinen zahlreichen Hobbys. Unvergessen bleibt sein frühes Engagement für die Umwelt durch nachhaltiges Unternehmertum – bereits seit 1985. Neben unzähligen Ehrungen ist Erivan Haub u. a. dafür im Jahre 2004 das Bundesverdienstkreuz verliehen worden.

Curriculum Vitae

Erivan Karl M. Haub 29. September 1932 – 6. März 2018

Erivan Haub wurde am 29. September 1932 als einziges Kind von Erich und Elisabeth Haub, geb. Schmitz-Scholl, in Wiesbaden geboren. Er ist mit Helga Haub, geb. Otto, verheiratet; das Ehepaar hat drei Söhne.

Nach dem Abitur und einer Ausbildung zum Großhandelskaufmann absolvierte Erivan Haub eine Trainee-Laufbahn bei zwei renommierten Lebensmittelfilialbetrieben in den USA sowie in einer Im- und Exportfirma auf Kuba.

Anschließend studierte er Volkswirtschaft beim späteren „Superminister“ der Bundesrepublik Deutschland, Prof. Dr. Karl Schiller; 1959 legte er in Mainz sein Examen als Diplom-Volkswirt ab.

Zur Vertiefung und Abrundung seiner betriebswirtschaftlichen Kenntnisse arbeitete er nach seinem Studium noch einige Zeit bei der Commerzbank und bei der bekannten Frankfurter Immobilienfirma Dröll & Scheuermann, bevor er 1963 in das Familienunternehmen Schmitz-Scholl/Tengelmann eintrat.

Nach dem Tode seines Onkels Karl Schmitz-Scholl übernahm Erivan Haub am 24. März 1969 in vierter Generation die alleinige Geschäftsführung der Unternehmensgruppe. Zum damaligen Zeitpunkt gehörten rund 13.000 Mitarbeiter dem Firmenverbund an, der 427 Lebensmittelfilialen sowie die Schokoladenfabrik Wissoll umfasste; zum Geschäftsjahresende, Stichtag 30. Juni 1969, betrug der Gesamtumsatz 600 Millionen Euro (1,2 Mrd. DM).

Ab 1971 beginnt Erivan Haub mit umsichtigen Firmenzukäufen im In- und Ausland und gezielter Expansion, seine Vision einer international tätigen Unternehmensgruppe zu verwirklichen. Dadurch wird Tengelmann in den 1970er Jahren zum größten Lebensmittelfilialisten in Deutschland. Mit der Übernahme der Kaiser’s Kaffee-Geschäft AG in Viersen im Jahre 1971 vollzog er eine der erfolgreichsten Unternehmensübernahmen in der Nachkriegszeit. Bereits ein Jahr später erfolgte der Start des Markendiscounters Plus. Im gleichen Jahr wagte er mit der Übernahme der österreichischen LÖWA Warenhandelsgesellschaft mbH den ersten Schritt ins Ausland.

1979 beteiligte sich Erivan Haub an der ältesten amerikanischen Supermarkt-kette The Great Atlantic and Pacific Tea Companay, Inc., Montvale, New Jersey. Durch eine Mehrheitsbeteiligung an den OBI Bau- und Heimwerkermärkten 1985 beginnt er mit der strategischen Diversifikation der Tengelmann-Gruppe. Den Einstieg ins Textilhandelsgeschäft macht er 1990 mit der Beteiligung an Modea (Takko-Filialen). Zu diesem Zeitpunkt werden auch die ersten Lebensmittelfilialen (Plus, Kaiser’s und Tengelmann) in Ostdeutschland eröffnet. 1992 folgt die Eröffnung des ersten Logistikzentrums in Ottendorf-Okrilla bei Dresden. Zum 100-jährigen Firmenjubiläum gehört Tengelmann zu den größten Lebensmittelfilialbetrieben der Welt.

Neben den wirtschaftlichen Zielen stand immer auch das Engagement „der Umwelt zuliebe…!“ im Vordergrund. 1984 weitet Erivan Haub das von seiner Mutter Elisabeth Haub bereits 1968 begonnene private Engagement für die Natur unter dem Umweltzeichen von Frosch und Schildkröte auf das bundesweite Filialnetz aus. Für die zum Teil bahnbrechenden Maßnahmen der Unternehmensgruppe zum Schutz der Umwelt erhielt Erivan Haub zahlreiche Auszeichnungen.

Um die deutsch-amerikanische Zusammenarbeit auch im Bildungsbereich zu stärken, gründete Erivan Haub 1988 das „Erivan Karl Haub Executive Conference Center“ und 1997 die „Haub School of Business“ an der St. Joseph’s University in Philadelphia, USA. 1992 verlieh die Hochschule ihm die Ehrendoktorwürde. An der York University in Toronto, Kanada, richtete er 1991 den „Erivan Karl Haub Chair in Business and Environment“ ein. Für seine Verdienste um die deutsch-amerikanische Freundschaft erhielt er 1996 von der American Chamber of Commerce den „Dr. Leo M. Goodman Award“. An der Pace University New York, USA, wurde auf sein Betreiben hin die „Elizabeth Haub School of Law“ eingerichtet, die sich schwerpunktmäßig mit Rechtsfragen im Umweltschutz befasst. Gemeinsam mit den familieneigenen „Elizabeth Haub Foundations“ vergibt die Universität alljährlich zwei Preise auf den Gebieten Umweltrecht und -diplomatie. 2014 verlieh die Pace University Erivan Haub die Ehrendoktorwürde im Bereich „Commercial Science“.

Im Januar 2004 wurde Erivan Haub mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet. In der Begründung hieß es, er habe sich neben seiner Arbeit als Unternehmer in außergewöhnlicher Weise für seine Mitmenschen eingesetzt, für Kultur und Soziales, vor allem aber für den Umweltschutz. Im März 2007 wurde ihm dafür auch der Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen verliehen. 2008 erhielt er den Ehrenring der Stadt Mülheim und den Steiger Award; die Stadt Idstein ernannte ihn im gleichen Jahr zum Ehrenbürger; die Gemeinde Hinterzarten folgte diesem Beispiel 2013.

Im Jahr 2000 übertrug Erivan Haub die operative Verantwortung für die in zwölf Ländern tätige Unternehmensgruppe auf seine Söhne: Karl-Erivan W. Haub zeichnet seitdem für das Europa-Geschäft verantwortlich und Christian W. E. Haub für die Aktivitäten in Nordamerika. Nachdem Erivan Haub seine Aufgaben als allein geschäftsführender Gesellschafter niedergelegt hatte, übernahm er den Vorsitz des Beirates der Unternehmensgruppe.

Mit Vollendung seines 80. Lebensjahres zog sich Erivan Haub nach über 50 Jahren als erfolgreicher Unternehmer ins Privatleben zurück. Er verstarb am 6. März 2018 auf seiner Ranch in Wyoming, USA.

Quellenangaben

Textquelle:Unternehmensgruppe Tengelmann, übermittelt durch news aktuell
Quelle:https://www.presseportal.de/pm/33333/3888929
Newsroom:Unternehmensgruppe Tengelmann
Pressekontakt:Tengelmann Warenhandelsgesellschaft KG
Public Relations
Wissollstr. 5 – 43
45478 Mülheim an der Ruhr

Telefon: +49 (208) 5806 7607
Telefax: +49 (208) 5806 7605

mailto: public-relations@uz.tengelmann.de
website: http://www.tengelmann.de

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