Handelskriege schaden allen – Leitartikel zu Strafzöllen

7. März 2018
Handelskriege schaden allen – Leitartikel zu Strafzöllen

Ravensburg (ots) – Der US-Präsident sieht es als Spiel, als ein Spiel, das gut und leicht zu gewinnen ist. Und auf den ersten Blick trägt die Auseinandersetzung wirklich spielerische Züge. Wenn die USA die Zölle für Stahl und Aluminium erhöhen, reagiert die Europäische Union mit höheren Abgaben auf Erdnussbutter, Motorräder und Whiskey. Das lässt ein Spieler wie Donald Trump nicht auf sich sitzen und kündigt höhere Strafzahlungen auf Autos an. Doch das ist kein Spiel, dieses Agieren und Reagieren könnte in eine gefährliche Eskalation und damit in einen weltweiten Handelskrieg münden.

Dabei ist der Begriff Krieg keineswegs übertrieben, denn nicht zuletzt wegen der weltweit exakt aufeinander abgestimmten Wertschöpfungsketten hätte ein durch Handelsbeschränkungen gestörter Welthandel drastische Folgen für die Volkswirtschaften fast aller Nationen und für den Wohlstand von Millionen von Menschen. 1930 erließen die Vereinigten Staaten den Smoot-Hawley Tariff Act, der die Schutzzölle auf Tausende von Produkten auf ein Rekordniveau anhob, um die US-Wirtschaft zu schützen. Europa reagierte mit Vergeltungsabgaben. Die protektionistische Politik verlängerte die Weltwirtschaftskrise und trug nicht zuletzt in Italien und Deutschland zum Aufstieg der Faschisten bei.

Vor dem Hintergrund dieser Erfahrung baute die internationale Gemeinschaft nach dem Zweiten Weltkrieg Organisationen wie die Welthandelsorganisation auf, um dem internationalen Handel ein System von Regeln zu geben. Streitigkeiten sollten vor Gericht geklärt werden – und nicht für die Welt gefährliche Handelskriege auslösen können, so die Idee. Trump stellt diese Handelsordnung jedoch infrage.

Europa muss dennoch dem naheliegenden Wunsch nach Vergeltung widerstehen. Die US-Zölle werden die Weltwirtschaft belasten, weitere Strafabgaben als Gegenmaßnahme vergrößern den Schaden jedoch. Die Europäische Union darf das gefährliche Spiel Trumps nicht mitspielen und muss sich stattdessen Partner suchen, um die regelbasierte internationale Handelsordnung zu retten.

Quellenangaben

Textquelle:Schwäbische Zeitung, übermittelt durch news aktuell
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